Gottfried Benns Enkel, Vilhelm Topsøe (Mitte Jens und hellblauer Pullover) mit den Mitgliedern der Gottfried Benn Gesellschaft vor dem Geburtshaus seines Großvaters in Mansfeld.  Fotos: kasprzak (2)
Gottfried Benns Enkel, Vilhelm Topsøe (Mitte Jens und hellblauer Pullover) mit den Mitgliedern der Gottfried Benn Gesellschaft vor dem Geburtshaus seines Großvaters in Mansfeld. Fotos: kasprzak (2)

Enkel von Arzt und Schriftsteller Gottfried Benn mit der gleichnamigen Gesellschaft am Sonnabend zu Gast beim Förderkreis in Mansfeld

svz.de von
05. Mai 2014, 12:00 Uhr

„Für mich ist es sehr interessant, das Geburtshaus meines Großvaters zu sehen. Es ist ein sehr stattliches Haus. Ich habe ihn nur einmal gesehen, da war ich sechs Jahre alt“, steht Vilhelm Topsøe die Freude ins Gesicht geschrieben. Der 69-jährige Benn-Enkel aus Kopenhagen ist Ehrenmitglied der Gottfried Benn Gesellschaft Deutschland. 27 Mitglieder besuchten am Sonnabend das Geburtshaus des Arztes und Schriftstellers in Mansfeld. „Ich war schon einmal vor 15 Jahren hier. Kein Vergleich zu dem, was ich heute hier sehe“, zeigte sich der stellvertretende Vorsitzende, Hans-Jürgen Blenskens beeindruckt. Die Gesellschaft war seit Freitag zu ihrer Jahrestagung in Hamburg zusammengekommen. „Da bot es sich hervorragend an, heute nach Mansfeld zu fahren“, so der Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen (Freiburg).

Der 2002 in Mansfeld ins Leben gerufene Gottfried Benn Förderkreis e. V. hatte das ehemalige Feuerwehrhaus von der Kommune erworben und dort sein Vereinshaus eingerichtet. Mit Spenden seiner Mitglieder und Förderer wurde das Areal mit der angrenzenden Kirche, die eine kleine Benn-Ausstellung beherbergt, und dem Geburtshaus zu einer Gedenkstätte an den Schriftsteller. Die Vereinsvorsitzenden Eike und Christian Tanneberger führten die Gästeschar über das Areal, auf dem hinter dem Haus noch der Walnussbaum steht. „Der muss 100 Jahre alt sein. Auf uralten Bildern ist er schon zu sehen“, wussten die Experten.

„Unsere Familie ist sehr berührt, dass sich so viele Leute für die Werke interessieren. Ein Verfasser ist nie größer als das Interesse für ihn“, so Vilhelm Topsøe, der der Sohn von Benns einziger Tochter Nele ist, die nach dem Tod ihrer Mutter (1922) bei der Familie Overgaard in Kopenhagen aufwuchs, da ihr Vater nichts mit der Tochter anfangen konnte.


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