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Sanierung eines Denkmals : Großvater stand Modell für Perleberger Denkmal

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Enkelin Bertraut Elfert, geborene Thilow, stellt Foto für Restaurierung gern zur Verfügung

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 11:45 Uhr

Der Bürgerverein möchte das Denkmal für gefallene Feuerwehrmänner am Wallgebäude sanieren, doch es gibt ein Problem, so Bauamtsleiter Hagen Boddin. Insbesondere die steinernen Gesichtszüge des Feuerwehrmannes sind kaum noch zu erkennen und Fotografien von diesem wohl auch nicht mehr vorhanden. Das Antlitz zu restaurieren bzw. zu rekonstruieren, dürfte da sehr schwer fallen. Ein Irrtum, wie eine Leserin mit einer kleinen Sensation aufklärt.

Der „Prignitzer“, richtiger gesagt Bertraut Elfert, kann helfen. Denn ihr Großvater, Malermeister Ernst Thilow, stand einst Modell für dieses Denkmal. „Als ich den Beitrag im ,Prignitzer’ las, fielen mir sofort die Fotos ein. Doch wo waren sie?“. Im Keller stand noch ein alter Koffer voller Fotografien. Doch die gesuchten waren nicht dabei. Im Album, das ihr Mann einst über die Feuerwehr „Wilhelm Reißner“ angelegt hatte, wurde die Perlebergerin dann fündig.

In stolzer Pose ist auf dem Foto ihr Großvater vor dem Wallgebäude zu sehen und ebenso auf einem anderen dann sein steinernes Abbild, das am 28. Oktober 1928 feierlich eingeweiht wurde. „Warum man ihn auserwählt hat? Ich denke das hat damit zu tun, dass er zu den Kriegsveteranen gehörte“, mutmaßt Bertraut Elfert. Denn das Denkmal war geweiht den „… gefallenen Feuerwehrmänner“, wie Stadtarchivarin Sylvia Pieper in einem Beitrag im Kreisblatt für die Prignitz vom 29. Oktober 1928 herausfand. Darin erfährt man u. a. auch, dass die Weihe in einem Gottesdienst erfolgte, an dem alles von Rang und Namen aus der Stadt teilnahm. Anschließend marschierte die Feuerwehr zum Wallgebäude, wo sich bereits viele Bewohner eingefunden hatten, ist zu lesen. Pfarrer Itzerott verwies in seinen Worten unter anderem darauf, dass sich Männer fanden, „um aus reiner Nächstenliebe Hilfe denen zu bringen, die in Gefahr schweben, von den Elementen vernichtet oder geschädigt zu werden …“. Es solle eine Stätte der Weihe, der Erinnerung sein „unsere Nachkommen aber allzeit zur Nacheiferung anspornen …“.

Ernst Thilow, der von 1880 bis 1962 lebte, war selbst Feuerwehrmann. „Wir lange weiß ich allerdings nicht“, so seine Enkelin. In Feuerwehruniform kenne sie ihren Großvater nicht mehr. Warum das Denkmal am Wallgebäude errichtet wurde, hänge damit zusammen, dass hier einst das Depot der Perleberger Wehr war, nimmt Bertraut Elfert an. „Noch bis in die 50er Jahre wurden hier die Fahrzeuge abgestellt. Fotos aus dieser Zeit belegen dies.“

Die Feuerwehr war und ist im Hause Thilow bzw. Elfert allgegenwärtig. „Mein Mann war von 1954 bis 1990 Mitglied“, berichtet die 75-Jährige. Und schmunzelnd fügt sie an, dass sie ihn auf einem Feuerwehrvergnügen kennengelernt habe, wie einst ihre Mutter ihren Vater.

Das historische Foto, auf dem ihr Großvater für das Denkmal Modell stand, würde sie natürlich zur Verfügung stellen, wenn es für die Rekonstruktion und Restaurierung benötigt werde. „Ich freue mich sehr, dass es jetzt wieder in Ordnung gebracht wird“, betont die Perlebergerin.

Immer wenn sie in die Stadt geht, komme sie zumeist auch am Denkmal vorbei, „ganz bewusst“, wie sie gesteht. Es sei schon ein trauriger Anblick, den das Denkmal jetzt bietet. „Aber wie zu lesen war, nicht mehr lange“, freut sich Bertraut Elfert.

 

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