St. Jacobikirche Perleberg : Großreinemachen in der Kirche

Gemeindekirchenratsmitglied Egbert Babekuhl verleiht dem Leuchter frischem Glanz.
Gemeindekirchenratsmitglied Egbert Babekuhl verleiht dem Leuchter frischem Glanz.

Gemeindemitglieder am Samstag fleißig am Putzen / Auch 2015 wurde saniert und restauriert wie der Altar und das Chorgestühl

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29. November 2015, 14:54 Uhr

Zweimal im Jahr ist Großreinemachen in der St. Jacobikirche angesagt – vor Weihnachten und zu Ostern. Dann wird gewischt, gefegt und alles, was geht, poliert“, setzt Maik Schallat den Gedanken fort. Seit 2012 ist er hier Küster und zugleich auch Hausmeister. „Allein würde ich all das gar nicht schaffen“, zu groß sei das Gebäude, zu viele Ecken und Winkel gebe es. Aufgestellt wird jetzt auch der Adventskranz, der Stern in der Kirche und der in 14 Meter Höhe am Gotteshaus muss angebracht werden. Letzteres übernimmt die Perleberger Feuerwehr mit ihrer Drehleiter am Nachmittag. Wer es aus der Kirchgemeinde ermöglichen kann, packt mit an. Jung und Junggebliebene schwingen Besen und Lappen und anschließend trifft man sich in gemütlicher Runde zum Frühstück und Plausch.

Es stand doch groß im ,Prignitzer’“, kontert schmunzelnd Wilfried Ehlert. „Da geht man dann auch als Gemeindemitglied hin.“ Mit seinen 85 Lenzen ist Artur Beer einer der ältesten an diesem Sonnabendmorgen. „Gib mir ein Werkzeug in die Hand, dann kann ich arbeiten“, fügt er spitzbübisch an. „Arbeit soll schließlich auch Spaß machen.“ Als Bauerssohn könne man eben alles und steckt nicht die Hände in die Taschen, wenn es Arbeit gibt.

Es sei nicht nur wichtig, dass die Arbeit gemacht werde, sondern spreche zugleich für eine lebendige Gemeinde, freut sich Pfarrer Tilmann Kuhn. Es schaffe zudem ein Verhältnis zum Gebäude. In dem hat sich auch im zu Ende gehendem Jahr wieder einiges getan. Die Restaurierung des Altars ist so gut wie abgeschlossen, fehlende Rosetten und Spitzendorne sind ersetzt. In Arbeit ist hingegen noch das Altarpredella. Restauriert ist auch das Chorgestühl, abgebrochene Spitzen wurden ersetzt. Im Vorfeld erfolgte bereits die Ausmalung der Wände, listet Pfarrer Kuhn auf. Aufgrund der Bausubstanz sei dieses aber nicht von Ewigkeit. Erste Durchfeuchtungen werden schon wieder sichtbar. „Es ist nun mal ein historisches Bauwerk.“ Möglich wurden die doch recht umfangreichen und vor allem auch kostenintensiven Sanierungen und Restaurierungen durch Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und auch durch den Erlös des Konzertes in der Reihe ’Musikschulen öffnen Kirchen‘ – 2014 erklang in der St. Jacobikirche das Eröffnungskonzert.

Zu dem Geschaffenen zählt in diesem Jahr auch, dass das Epitaphgemälde nun beleuchtet ist – „ein Beitrag mit Blick auf 500 Jahre Reformation 2017. Denn das Gemälde ist dem Bürgermeister Johann Konow gewidmet, der die Reformation 1539 in Perleberg einführte“, so der Pfarrer. Es zeige außerdem die älteste Stadtansicht Perlebergs im Original, wohl von 1694, da das Gemälde in diesem Jahre überarbeitet worden ist. „Ein Blitzlicht längst vergangener Zeit, das nun ins rechte Licht gerückt wurde“, nennt Pfarrer Kuhn die Ansicht, die es vermittelt.

Auch im kommenden Jahr stehen Restaurierungen an. Die Orgel soll saniert werden. Zwar erfolgte eine solche bereits in den 90er Jahren, doch damals musste man einige Kompromisse eingehen, ergänzt Tilmann Kuhn. Nun soll unter anderem ein bis dato fehlendes Register nachgebaut und auch der Luftdruck entsprechend verstärkt werden. Dazu die komplette Reinigung des Instrumentes und die Bekämpfung des Schimmelbefalls. Mehrere Monate werde so in der warmen Jahreszeit die große Orgel nicht erklingen. Ihre Aufgabe werde dann die kleine aus dem Gemeindezentrum übernehmen – so ist es vorgesehen. Am 12. Mai allerdings ist ein Orgelbenefizkonzert zugunsten des Vereins Kirchturmspitze geplant. „Es wäre natürlich schön, wenn dieses noch auf der großen Orgel gespielt werden kann, die Sanierung anschließend erfolgt“, so der Pfarrer.  


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