Sanierung Wahrenberger- und Turmstraße : Großprojekt chemische Reinigung

Ist die chemische Reinigung (links) abgerissen und das Erdreich saniert, wird die Wahrenberger Straße ohne Kurve direkt auf die Turmstraße geführt.
Ist die chemische Reinigung (links) abgerissen und das Erdreich saniert, wird die Wahrenberger Straße ohne Kurve direkt auf die Turmstraße geführt.

Bis zu 20 Meter tief muss Erdreich ausgebohrt werden / Größte Altlast im Stadtgebiet wird beseitigt

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26. Januar 2018, 12:00 Uhr

Die Kommune kann jetzt – gemeinsam mit dem Landkreis – die Sanierung der größten Altlast im Wittenberger Stadtgebiet in Angriff nehmen. Es handelt sich um die alte chemische Reinigung auf der Ecke von Wahrenberger und Turmstraße. Obwohl seit über 25 Jahren nicht mehr in Betrieb, befindet sich dort die Quelle, aus das Grundwasser in großen Teilen der Altstadt so verunreinigt wird, dass Bewohner in den Bereichen Steinstraße, Burgstraße, Hinter den Planken bis hin zur Elbstraße es nicht nutzen dürfen. Das verfügte der Landkreis bereits 2004 und aktualisierte die Anweisung 2011 noch einmal. Es handelt sich um Tetrachlorethen (PCE) und Trichlorethen (TCE), die zu den sogenannten leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen zählen. Das erklärte bereits im März letzten Jahres auf „Prignitzer“-Anfrage Andreas Much, Bereichsleiter Abfallwirtschaft in der Kreisverwaltung.

„Wir werden die Quelle der Verunreinigung beseitigen. Wann die Belastungswerte so weit zurück gegangen sein werden, dass das Grundwasser wieder nutzbar ist“, könne derzeit aber noch nicht gesagt werden, sagt Wittenberges Bauamtsleiter Martin Hahn. Er und Peggy Heyneck, zuständig für den Fachbereich Umwelt im Bauamt, verweisen auf die enorme Dimension des Projektes, für das Fördermittel beantragt sind.

Aufwändig und schwierig war es, überhaupt den jetzigen Vorbereitungsstand zu erreichen. Denn die ehemalige Reinigung galt jahrelang als herrenlos, die Besitzverhältnisse waren laut Stadtverwaltung nur sehr langwierig zu klären. Das Problem ist nun gelöst.

Der nächste Schritt muss laut Bauamtsleiter der Rückbau des Gebäudes sein. Daran schließen sich dort erneut Bodenuntersuchungen an. Bereits lokalisiert ist laut Hahn aber der Bereich, von dem die Grundwasserbelastung ausgeht. Es handelt sich um eine Fläche von rund 50 Quadratmetern, so Heyneck.

Laut Much habe der unsachgemäße Umgang mit chemischen Reinigungsmitteln ab etwa 1962 bis zur Reinigungsschließung dazu geführt, dass das Grundwasser bis heute belastet ist. „Wir werden jetzt den Zufluss aus der Schadstoffquelle stoppen. Ein Sanierungskonzept soll den Weg weisen, welche Methode für den maximalen Erfolg am geeignetsten ist“, sagt der Bauamtsleiter.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand wird der Boden auf der rund 50 Quadratmeter Fläche bis in eine Tiefe von rund 20 Metern ausgetauscht. Wie Heyneck schildert, wird das Erdreich per Großraumbohrungen – der Durchmesser beträgt je zirka einen Meter – entfernt. „Vorausgesetzt, die davor angesetzten Probebohrungen bringen die entsprechenden Ergebnisse.“ Die Umweltfachfrau lässt keinen Zweifel daran, „dass der Sanierungsaufwand riesig ist“. Und die Zeit drängt. Denn über die Ecke, auf der jetzt noch die chemische Reinigung steht, soll künftig die erneuerte Wahrenberger Straße in die Turmstraße münden. Der Straßenbau müsse aber im nächsten Jahr erfolgen, erklärt der Bauamtsleiter. Denn nur noch 2019 steht das Geld zur Verfügung, das die Stadt aus dem Hochwasserhilfsfonds erhält, um in der Wahrenberger zwischen Weinbergstraße und Turmstraße Schäden aus der Flut von 2013 zu beseitigen. Förderung hatte die Stadt 2014 beantragt.

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