Wirtschaft in Wittenberge : Großinvestitionen: Areal ist knapp

Der Blick vom Hafenkran zeigt, dass noch eine Freifläche im Industriegebiet verfügbar ist. Hier entsteht das Mischfutterwerk der Bröring-Gruppe.
Der Blick vom Hafenkran zeigt, dass noch eine Freifläche im Industriegebiet verfügbar ist. Hier entsteht das Mischfutterwerk der Bröring-Gruppe.

Bürgermeister und Bauamtschef geben beim Kulturbund Einblicke ins Wittenberger Baugeschehen

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12. März 2015, 12:00 Uhr

Die Kommune geht davon aus, dass die MV Pipe Technologies – umgangssprachlich auch als Minimax bekannt – im Sommer mit dem Bauen im Gewerbegebiet an der B  189 beginnen wird. Das Unternehmen wolle dort zirka 40 Millionen Euro investieren für eine Anlage zur Produktion von Brandschutzanlagen, so Bürgermeister Dr. Oliver Hermann am Dienstagabend. In rekordverdächtiger Zeit seien bis hin zum Bebauungsplan die Voraussetzungen für die Ansiedlung geschaffen worden.

Das Stadtoberhaupt wie auch Bauamtsleiter Martin Hahn waren beim Wittenberger Kulturbund eingeladen. Der Verein veranstaltete eine neuen Folge seiner Reihe „Stadtpolitik im Scheinwerferlicht“. Da es bekannterweise bei diesen Veranstaltungen hochkarätige Informationen aus dem Innenleben Wittenberges gibt, wundert es nicht, dass die Reihen im kleinen Saal des Kulturhauses gut gefüllt waren.

Wirtschaftspolitik und Stadtumbau beleuchteten Dr. Hermann und Hahn. Wohlwollend dürften Besucher die Aussage des Bürgermeisters aufgenommen haben, dass sowohl an der B 189 wie im Industriegebiet Süd die Flächen knapp sind, wenn sich Unternehmen mit größerem Bedarf dort niederlassen wollen.

In Süd gibt es zwar nahe des Hafens noch freies Gelände. Das aber soll erst einmal so bleiben, um den Elbeport in seinen Entwicklungsmöglichkeiten nicht von vornherein einzuschränken. Anhand einer Karte verdeutlichte das Stadtoberhaupt, dass sich das Industriegebiet einzig in Richtung Breese ausdehnen könne. Mit der Nachbargemeinde wird kooperiert, sagte Hermann. Beide Kommunen würden an Vereinbarungen anknüpfen, die noch aus jener Zeit herrühren, in der dort das Zellstoffwerk im Gespräch war.

Sicher hat die Firma Bröring im Industriegebiet ihren Grund und Boden. Bis es für die Ansiedlung ihres Mischfutterwerks, in dem bis zu 30 Mitarbeiter tätig sein werden, das Ok gibt, muss dem gesetzlichen Artenschutz Genüge getan werden. Hermann verdeutlichte den Aufwand am Beispiel der geschützten Eidechsenart, die auf dem Bröring-Gelände lebt. Die Tiere müssen umgesiedelt werden. Dazu habe die Kommune bei Lenzen 0,3 Hektar Gelände erworben. Bei Sonnenschein müsse das jetzige Zuhause der Eidechsen jetzt zehn Mal begangen werden, um Tiere zu finden. Ist das erfolgt, gibt es noch eine Kontrolle. Und dann könne gebaut werden.

Thema Stadtumbau und Innenstadt: Im Hoffen darauf, dass sich für sechs wichtige Eckgebäude in der Zukunft eine neue Nutzung auftut, hat die Stadt 2014 rund 550  000 Euro für deren Notsicherung ausgegeben. Für dieses Jahr sind weitere Sicherungsmaßnahmen geplant. Dazu zählt laut Bauamtschef auch das Gebäude Bismarckplatz 8. Die Wohnungsbaugesellschaft als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt hat es erworben.

Fragen mussten das Stadtoberhaupt und der Bauamtschef unter anderm zur alten Poliklinik und zum Kaufhaus in der Prignitz-Galerie beantworten. In Sachen Kaufhaus gibt es nichts Neues. Es werde schwerer als noch bei Nessler einen Nachmieter zu finden, sagt Dr. Hermann.

Die Poliklinik ist an einen Auswärtigen verkauft. Die künftige Nutzung ist ungeklärt. „Wir haben als Stadt nur begrenzt Einflussmöglichkeiten“, erklärte Hahn. Die Kommune unterstütze aber nach Möglichkeiten Eigentümer und Investor.  

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