Pritzwalk : Großfeuer vernichtet Firmensitz

Die Fahrzeuge, die unter einem Schleppdach am Hauptgebäude auf dem Firmengelände abgestellt waren, wurden ein Opfer der Flammen.
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Die Fahrzeuge, die unter einem Schleppdach am Hauptgebäude auf dem Firmengelände abgestellt waren, wurden ein Opfer der Flammen.

Ein fürchterlicher Anblick bot sich am Donnerstagmorgen den Mitarbeitern der Pritzwalker Technik und Anlagenbau Center GmbH. Ein Feuer hatte Technik und Lagerhallen zerstört.

svz.de von
19. November 2015, 19:00 Uhr

4.30 Uhr Donnerstag morgen: Bei den Pritzwalker Feuerwehrleuten läuft die Meldung über einen Brand in der Firma TAC im Pritzwalker Gewerbegebiet Süd auf. Schnell ist klar, dass die Kameraden aus der Dömnitzstadt den Brand allein nicht löschen können. Der starke Wind treibt die Flammen direkt in das Gebäude, gefährdet aber auch Nachbargebäude.

„Wir mussten vor allem darauf achten, dass die beiden nahen Autohäuser keinen Schaden nehmen“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister und Stadtbrandmeister Volker Lehmann. 60 Kameraden aus neun Wehren waren im Einsatz, so Lehmann, um die Flammen zu löschen und die benachbarten Gebäude zu schützen. Auch Kräfte von Rettungsdienst, Polizei, Umweltamt, Energieversorger, Wasserversorger und das kommunale Ordnungsamt waren vor Ort.

Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, brannten einige Fahrzeuge, die unter einem Schleppdach am Hauptgebäude auf dem Firmengelände abgestellt waren. Am Ende wurden sechs Transporter mit ihrer gesamten technischen Ausrüstung ein Raub der Flammen. Auch der Verkaufsraum, die Verwaltungsräume und die im oberen Stockwerk gelegenen Vereinsräume des Pritzwalker Kleintierzüchtervereins sind bei dem Brand zerstört worden. Fassungslos standen Firmen-Mitarbeiter hinter den Einsatzkräften und mussten mit ansehen, wie im Grunde auch ihre Arbeitsplätze in Flammen aufgingen. „Ich weiß nicht, wie es jetzt weiter geht. Wir müssen abwarten, was die Spezialisten sagen, die Brandermittler und vor allem die Statiker“, sagt Geschäftsführer Helmut Meißner.

Das Gebäude ist eine Stahlhallenkonstruktion mit Brandschutzwänden zwischen Werkstatt und Verwaltungsräumen. Durch die starke Hitzeeinwirkung bei derartigen Bränden verziehen sich diese Stahlträger oft so stark, dass die Statik nicht mehr gegeben sei, erklärt ein Feuerwehrvertreter. Aus diesem Grund vermieden es die Kameraden auch, in das obere Stockwerk zu gehen und löschten die Flammen zunächst von außen. Um den Brand wirkungsvoll bekämpfen zu können, hatten die Pritzwalker zur Unterstützung die Drehleiter aus Perleberg angefordert.

Er könne, so Geschäftsführer Meißner, im Moment noch nicht sagen, wie und ob es mit dem 1991 gegründeten Unternehmen weiter geht. 20 Mitarbeiter zählt die Firma. Der Bau von Stahlhallen, Service für Milchbauern und Melkanlagen und diverse andere Leistungen gehören bzw. gehörten zum Angebotsspektrum.

Auch der Pritzwalker Bürgermeister Wolfgang Brockmann kam am Donnerstagmorgen zum Brandort ins Gewerbegebiet: „So ein Brand ist natürlich immer eine Katastrophe. Wir können froh sein, dass keine Menschen zu Schaden kamen. Ich wünsche den Inhabern, aber auch den Mitarbeitern viel Kraft, das Ganze hier zu bewältigen und hoffe, dass es einen Neuanfang geben wird“, so Brockmann.

Mike Blechschmidt von der Wirtschaftsinitiative Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock Dosse e. V. ist ebenfalls schockiert. „Wir sind mit unseren Unternehmen hier im Gewerbegebiet ja im Grunde Nachbarn, und da macht einen so was schon sehr betroffen. Ich kann der Geschäftsführung und den Mitarbeitern nur Mut zusprechen und ihnen die Kraft wünschen, um das Ganze zu überstehen und die Firma gemeinsam wieder aufzubauen“, sagt Blechschmidt. Er selbst ist mit seinem Unternehmen INDUKA ebenfalls in die Nacharbeiten eingebunden und muss mit seinen Mitarbeitern verhindern, dass kontaminiertes Löschwasser in die Regenwasserleitungen gelangt.

Zur Brandursachenermittlung werden die Spezialisten der Kripo ihre Arbeit aufnehmen, sobald der Unglücksort betreten werden kann. Auch zur genauen Schadenshöhe, die weit über eine Million Euro gehen wird, konnten gestern noch keine Aussagen getroffen werden.

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