Bahnhöfe : Großes Geld für kleine Bahnhöfe

Von Barrierefreiheit kann auf dem Groß Pankower Bahnhof derzeit keine Rede sein. Bahnsteige, Einstiegshöhe zum Zug-Waggon und eine gute Zugänglichkeit von zwei Seiten – in all das will die Bahn demnächst investieren.
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Von Barrierefreiheit kann auf dem Groß Pankower Bahnhof derzeit keine Rede sein. Bahnsteige, Einstiegshöhe zum Zug-Waggon und eine gute Zugänglichkeit von zwei Seiten – in all das will die Bahn demnächst investieren.

Stationen in Groß Pankow und Perleberg sind Nutznießer eines millionenschweren Förderprogramms des Bundesverkehrsministeriums

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22. Juni 2016, 08:00 Uhr

Barrierefrei und fahrgastfreundlicher sollen die Bahnhöfe in Perleberg und Groß Pankow künftig werden. Beide Bahnstationen kommen in den Genuss einer kombinierten Bundes- und Landesförderung. Darüber informiert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Die Gelder fließen aus dem Programm „Barrierefreiheit an kleinen Stationen“. In Groß Pankow sollen insgesamt 510 000 Euro, in Perleberg 672 000 Euro investiert werden.

Von Minister Alexander Dobrindts Modernisierungsprogramm profitieren Stationen mit weniger als 1000 Ein- und Aussteigern pro Tag. Im Fokus stehen die barrierefreie Wegeleitung und Kundeninformationsanlagen, stufenfreie Bahnsteigzugänge sowie eine optimierte Bahnsteighöhe. Im Einzugsgebiet der jeweiligen Verkehrsstation liegen Einrichtungen, die Bedarfsschwerpunkte darstellen: Zum Beispiel Seniorenheime, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder Ähnliches.

In Groß Pankow waren die Nähe zur Schule, zur Kita „Bärenhaus“ sowie die im Ort befindliche Augentagesklinik ausschlaggebende Kriterien. „Wir wissen, dass Patienten die Bahnanbindung gern nutzen. Vor dem Hintergrund der Veränderungen im Busverkehr wird ein barrierefreier Bahnhof hier an Bedeutung noch gewinnen“, sagt Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski. Die Gemeinde sei im Rahmen der Genehmigungsplanung an dem Vorhaben beteiligt worden. „Der Zugein- und ausstieg soll perspektivisch beidseitig möglich sein, zudem gibt es dann auf beiden Seiten Fahrgastunterstände“, so Lugowski. Etwaige künftige Investitionen ins Bahnhofsgebäude seien davon völlig unabhängig zu betrachten. Das Haus hatte vor gut zwei Jahren der gebürtige Inder Inderjit Chauhan Singh ersteigert. Noch sei die Bahn Mieter in der Immobilie, weil von hieraus die Schrankenanlage gesteuert werde, erläutert Halldor Lugowski.

„Kleine Bahnstationen sorgen mit ihrem Nahverkehrsangebot für die notwendige Mobilität für Menschen in ländlichen Regionen. Wir rüsten 108 Stationen um, und geben ihnen einen Modernisierungsschub, indem wir den Zugang für alle ermöglichen. In das Programm investiert der Bund 80 Millionen Euro“, so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Der Bund übernimmt damit die Hälfte der Fördersumme, von den Ländern kommt eine Kofinanzierung. Das Gesamtfördervolumen beträgt dadurch insgesamt 160 Millionen Euro. Die Fördermittel gehen an die DB Station & Service AG, die als Eigentümerin der Stationen und Bauherrin die Maßnahmen umsetzt. Auch die DB Netz AG ist beteiligt.

Die Projektliste ist noch in Bewegung, einige Vorhaben, die nachgemeldet wurden, werden derzeit geprüft. Weitere Projekte können noch nominiert werden. Darüber wird dann im Herbst dieses Jahres in einer weiteren Auswahlrunde entschieden. Im Land Brandenburg befinden sich derzeit zehn kleine Bahnhöfe in diesem Förderprogramm.  

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