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Der Prignitzer

21. September 2017 | 16:17 Uhr

Großes Fischsterben im Rudower See

vom

Im Rudower See gibt es ein Fischsterben. Seit mehreren Tagen treiben immer wieder Tiere auf dem Wasser, werden tot im Uferbereich angespült. Der Grund dafür sollen der lange Winter und das wechselhafte Frühjahrswetter sein.

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 06:50 Uhr

Lenzen | Im Rudower See in Lenzen gibt es ein Fischsterben. Seit mehreren Tagen treiben immer wieder Tiere auf dem Wasser, werden tot im Uferbereich angespült. "Ein Großteil des Fischsterbens ist vermutlich dem Laichgeschäft zuzuschreiben", glaubt Horst-Günter Westedt, Vorsitzender des Lenzener Angelvereins.

Vor allem die lang anhaltende Eisdecke auf dem See und die wechselhafte Witterung im Frühjahr verursachen laut Westedt besonderen Stress für die Fische. Dass es einen Zusammenhang zwischen dem "doch verstärkt gegenüber den Vorjahren auftretenden Fischsterben und Düngemitteleinträgen durch die Landwirtschaft - wie zu DDR-Zeiten vermehrt geschehen - gibt, glaubt er hingegen nicht. Die an den See angrenzenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen seien seiner Kenntnis nach nicht gedüngt worden.

Eine andere Vermutung bezieht sich immer wieder auf das Rambower Moor und den durch das Moor verursachten Nährstoffeintrag in den See. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang mit dem Fischsterben geben könnte, vermag Horst Westedt nicht zu beurteilen. " Dazu müssen wir die Wasserproben abwarten."

"Verwunderlich ist aber, dass neben Brachsen auch verstärkt Zander von sechs bis 15 Pfund verendet sind. Das sind schon schöne Speisefische", bedauert der Lenzener. Der Kreisanglerverband müsse derzeit fast jeden zweiten Tag mit Booten die anlandenden toten Fische einsammeln und entsorgen.

Der Landkreis bestätigt das Fischsterben und dass zumeist Zander und Brassen betroffen seien. "Offensichtliche Gewässerverunreinigungen sind nicht zu beobachten", teilt der Kreis auf Anfrage mit. Der von den Anglern angesprochene Sauerstoffmangel sei die wahrscheinlichste Ursache. Viele der großen Fische sind durch die Laichtätigkeit ohnehin geschwächt, verbunden mit einem Sauerstoffmangel ließe sich ihr Tod erklären. Da verschiedene Arten betroffen sind, erwarten die Fachleute eine plausible Erklärung, heißt es weiter.

Dennoch wurden Wasserproben entnommen und einem Wittenberger Labor zur Analyse übergeben. Damit sollen ein mögliches Fremdverschulden wie zum Beispiel Einleiten von Schadstoffen ausgeschlossen werden. Geprüft wird auf Sauerstoffgehalt, Nährstoff- und organische Belastung. Einige der verendeten Fische sollen im Veterinärinstitut Potsdam auf Krankheiten oder Vergiftungen untersucht werden. Bis zum Vorliegen der Laborergebnisse wollen die kreislichen Behörden die Entwicklung weiter beobachten.

Ein unfreiwilliger Beobachter ist Marcel Bartoschewitz, Bewirtschafter der Lenzener Badeanstalt. Auch an seinem Areal werden Fischkadaver angeschwemmt. Das sei nicht außergewöhnlich, gebe es im Frühjahr häufiger. "Aber der Geruch ist schon störend", sagt Bartoschewitz. Seine Gäste würden die toten Tiere im Wasser bemerken und nachfragen.

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