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Stadtwald : Großes „Aufräumen“ im Stadtwald

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jungbestandspflege in der Vorderheide , Platz für Qualitätsholz und Naturansiedlung

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 16:44 Uhr

Im Stadtwald wird aufgeräumt – so könnte man sehr vereinfacht erklären, was derzeit in der Vorderheide passiert. Harvester, sprich spezielle Holz-Erntemaschinen, ziehen hier ihre Bahnen durch den Bestand und hinterlassen eben auch ihre Spuren auf den Wegen. Und genau das sorgt bei einigen Waldspaziergängern für Unmut, um es gelinde auszudrücken. Doch ohne Technik geht es nicht, sie ist vielmehr die Voraussetzung, dass alles möglichst schnell und mit einem Schlag auch vonstatten gehen kann. „Dann haben wir die nächsten sechs, sieben Jahre hier auch Ruhe“, erläutert Stadtförster Stefan Koepp.

Man achte aber sehr darauf, Hauptwege wie die Reitbahn nicht zu befahren und hier auch kein Holz zu lagern. Allerdings einmal musste auch dieser Weg von der großen Technik gequert werden. „Wenn alles fertig, die Technik aus dem Bestand ist, dann wird alles auch wieder in Ordnung gebracht“, fügt der Stadtförster an. Der Forstwirt des Stadtwaldes beräumt schon jetzt kontinuierlich Wege in Beständen, die abgearbeitet sind.

Jungbestandspflege sei keine Ermessensfrage, sondern notwendig, um den Bestand zum einen stabil zu gestalten und zum anderen, um am Ende auch Qualitätsholz zu ernten. Denn den Wald nennt man nicht von ungefähr das Tafelsilber der Stadt.

Auf rund 15 Hektar werden derzeit in der Vorderheide 25- bis 33-jährige Jungbestände mit Fichte, Douglasie, Kiefer und Lärche durchforstet. Der Fachmann spricht von Standortregulierung, das heißt, es wird Platz geschaffen, damit ausgewählte sogenannte Zukunftsbäume sich optimal entwickeln können. Was der Harvester erntet, bringt als Industrieholz oder Energiehackschnitzel zudem bares Geld.

Die zweite Seite der Medaille: Der so weitaus lichtere Wald ermöglicht, dass sich hier Eiche, Birke, Esskastanie, Rotbuche, Eberesche oder Eibe natürlich ansiedeln können.

Was am Ende im Bestand verbleibt, hat alles auch seine ökologische Berechtigung, wie eben auch Alt- und Biotopbäume bzw. Totholz. Sie sind ein Garant für die Artenvielfalt.

Ganz bewusst habe man diese Arbeiten in den Spätherbst bzw. Winter gelegt, betont der Stadtförster. Zum einen sei die Zahl der Waldbesucher da weitaus geringer, und zum anderen störe man nicht das Brutgeschäft, denn teilweise handle es sich hier um ein Vogelschutzgebiet. Und letztlich habe man auch gehofft, dass es bereits friert, der Boden damit tragfähiger ist. Dem ist in diesem Jahr nicht so, die Arbeit aber muss getan werden.

Möglichst bis Mitte Januar wolle man die Pflegeeingriffe, wie der Fachmann sagt, beendet haben. Das Hacken des Energieholzes soll Ende Februar geschafft sein, um zu vermeiden, dass Vögel in den Poltern sich bereits anschicken zu brüten.

Noch sind die Arbeiten zur Jungbestandspflege aber in vollem Gange. Stadtförster Koepp bittet daher darum, dass Absperrungen unbedingt beachtet bzw. Orte, in denen entsprechende Arbeiten stattfinden, nicht betreten werden. „Das gebietet die Sicherheit.“ Der Sicherheitsabstand zu den Maschinen beträgt 60 Meter.

 

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