Eröffnung : Großer Bahnhof in der Kurstadt

Von außen schon länger ein schmucker Anblick, kehrt jetzt auch im Inneren des Bahnhofs Bad Wilsnack wieder Leben ein.
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Von außen schon länger ein schmucker Anblick, kehrt jetzt auch im Inneren des Bahnhofs Bad Wilsnack wieder Leben ein.

Hunderte Einheimische und Besucher nutzten die Tage der offenen Tür im Wilsnacker Bahnhofsquartier

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07. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Erst ein unmerkliches Grollen, dann ein Schlag, ein Zischen und leichte Vibrationen im Haus. Mit einem erneuten Schlag ist nach vielleicht drei Sekunden alles vorbei. „Es ist und bleibt ein lebendiger Bahnhof, wer ein Zimmer mit Gleisblick bucht, der soll wissen, worauf er sich einlässt.“ Bettina Hagemann, Hausleiterin im am Donnerstag offiziell eröffneten Bad Wilsnacker Bahnhofsquartier, macht keinen Hehl aus der betriebsbedingten Geräuschkulisse, als sie eine Gruppe von Besuchern durch die Zimmer im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes führt. 19 Übernachtungsmöglichkeiten einschließlich Aufbettungen bietet das Bahnhofsquartier, jedes Zimmer verfügt über Bad und eine voll ausgestattete Küche. „Wir sind kein Eisenbahnromantik-Hotel, das war auch nicht das Ziel. Es ging darum, hier attraktive Übernachtungsmöglichkeiten für Besucher zu schaffen und dabei den Bahnhofscharakter weitgehend zu erhalten“, so Hagemann.

Das ist tatsächlich gelungen. Über der Tür zu dem Raum im Erdgeschoss, in dem die Wilsnacker Stadtinformation ihr Domizil fand, erinnert ein Schild an die Zeit, in der sich hier die HO-Gaststätte befand. „Die Rückmeldungen der Besucher sind sehr positiv. Der neue Standort und Einrichtung der Stadtinformation kommen sehr gut an“, sagt Marita Stoffers, bevor sie sich wieder interessierten Gästen zuwendet, Flyer ausgibt, über Sehenswürdigkeiten der Stadt informiert.

Im Bistro nebenan klappern unterdessen die Tassen. Bei Kaffee, Kuchen und Bockwurst klönen einige ältere Wilsnacker, die den Bahnhof noch „von früher“ kennen. „Es ist beeindruckend“, sagt Hagemann, „welche Geschichten wir hier von den Besuchern über das Gebäude erfahren“. „Einige haben selbst hier gewohnt und erinnern sich an viele kleine Details. Das Haus hat wirklich eine bewegte Geschichte.“ Sogar das originale Bahnhofsschild fand seinen Weg zurück. Oswald Brandl, viele Jahre Stadtverordneter, übergab es den Betreibern anlässlich der Eröffnung.

„Wir können mit den beiden offenen Tagen hoch zufrieden sein“, sagt Dirk Glaeser vom Investorenkonsortium. „Nun müssen wir sehen, wie sich das Tagesgeschäft entwickelt.“ Insgesamt haben Glaeser und seine Mitstreiter in den Bahnhof 900 000 Euro investiert, davon rund 250 000 Euro Fördermittel. Drei Vollzeit- und zwei Teilzeitstellen sind im Bahnhofsquartier entstanden.

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