Feuerwehreinsatz Groß Breese : Großeinsatz bei Scheunenbrand

Beim Eintreffen der Feuerwehren brannte der Dachstuhl bereits auf einem Drittel seiner Gesamtlänge.
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Beim Eintreffen der Feuerwehren brannte der Dachstuhl bereits auf einem Drittel seiner Gesamtlänge.

Ein Gebäude in Groß Breese wurde bei dem Brand vollständig zerstört, doch die Ursache ist bislang unklar. Die Polizei schließt den Zusammenhang mit anderen Bränden nicht aus

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19. März 2015, 17:20 Uhr

Hunderte Meter Schlauchmaterial auf der Groß Breeser Allee, das dröhnen von Fahrzeugmotoren und Tragkraftspritzen, Stimmengewirr aus Funkgeräten und das Knacken berstender Balken. Der kilometerweit zu sehende Feuerschein und das Blitzen der Blaulichter komplettierten die bedrohliche Atmosphäre, in die ein Scheunenbrand in der Nacht zu Donnerstag Groß Breese hüllte.

Kurz vor zwei Uhr waren die Feuerwehren mit dem Stichwort „Brand Gebäude-groß“ alarmiert worden. „Gegen halb zwei habe ich angefangen, in Groß Breese die Zeitungen auszutragen, und auf meiner Tour habe ich es mehrmals knacken gehört“, sagt „Prignitzer“-Zusteller Thomas Mathé. „Dann habe ich den Feuerschein gesehen und den Notruf gewählt. Die Leitstelle wollte zunächst wissen, ob das nicht die Strohballen seien, die noch vom Vortag brennen, aber als ich sagte, es sei ein Haus, hat der Mann am Telefon die Feuerwehren alarmiert.“

„Aufgrund der konkreten Angaben des Zustellers hat die Leitstelle zusätzlich zu Breese, Groß Breese und Kuhblank auch die Wehren aus Wittenberge und Bad Wilsnack alarmiert“, sagt Einsatzleiter Torsten Blüthmann. „Als wir am Einsatzort ankamen, brannte der Dachstuhl schon auf zwei Dritteln seiner Länge, wir hatten also keine Chance mehr, das Gebäude zu retten.“ Auch für die Landwirtschaftstechnik in der Scheune können die Feuerwehrleute nichts tun, sagt Blüthmann. „Wären Menschen oder Tiere in Gefahr gewesen, hätte man einen Innenangriff versucht, aber für Sachwerte gibt es Versicherungen, da müssen wir keine Kameraden in Gefahr bringen.“

Schwierig sei die Wasserversorgung gewesen, da im Ort nur Flachspiegelbrunnen zur Verfügung stehen. „Nach anfänglichen Problemen hatten wir das aber im Griff“, erklärt der Einsatzleiter. Mit einem massiven Löschangriff von außen, bei dem auch die Wittenberger Drehleiter zum Einsatz kam, konnten die Flammen schließlich niedergerungen werden. Gegen 3.30 Uhr meldete Blüthmann „Feuer aus“. Eine gute Stunde später rückten die letzten regulären Einsatzkräfte ab, lediglich sechs Kameraden aus Groß Breese und Kuhblank blieben als Brandwache vor Ort.

Harry und Anke Hahn, zu deren Hof die Scheune gehört, hatten von dem Feuer zunächst gar nichts mitbekommen. „Wir hatten gerade neue Tore in die Scheune eingesetzt, um die Seite zum Hof hin schöner zu gestalten, jetzt liegt alles in Trümmern“, sagt Harry Hahn. Die Kosten, die damit auf die Familie zukommen, seien noch gar nicht abzuschätzen. „An dem Gebäude ist nichts mehr zu retten, der Wiederaufbau finanziell nicht zu stemmen.“ Selbst der Abriss dürfte teuer werden, da die Scheune mit Asbestzementplatten gedeckt war, die als Sondermüll entsorgt werden müssen.

Betroffen von dem Brand ist auch Landwirt Jürgen Riek aus Kuhblank, der in der Scheune Technik untergestellt hatte. „Ein Mähwerk und eine Wickelmaschine sind zerstört, der Schaden beläuft sich auf 20  000 bis 25  000 Euro.“ Glücklicherweise sei die Technik versichert, außerdem würden die Geräte derzeit nicht benötigt, so dass der Landwirtschaftsbetrieb normal weiter laufen könne, sagt Riek.

Problematischer sei der Brand der Heuballen am Dienstag am Ortsrand von Groß Breese. Diese gehören ebenfalls Riek, der für die Beseitigung der Überreste aufkommen muss. „Das Heu war vielleicht 200 Euro wert. Aber die Entsorgung der abgebrannten Reifen, mit denen die Abdeckfolie beschwert war, wird teuer, das ist Sondermüll, da muss vielleicht sogar Erdreich entfernt werden“, so Riek.

Kriminaltechniker untersuchten gestern den Brandort, zur Ursache teilte die Polizei aber noch nichts mit. Eine technische Ursache könne den Besitzern der Scheune zufolge ausgeschlossen werden, da das Gebäude keinen Stromanschluss hat und auch die abgestellten Maschinen keine Batterien enthielten. Ein Zusammenhang mit den anderen Feuern in Groß Breese in dieser Woche könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Den Sachschaden schätzen die Ermittler auf mehrere zehntausend Euro.  

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