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Straßenfest Bad Wilsnack : Große Straße: Ein Bummel lohnt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verein Aktiv für Bad Wilsnack ist mit seinem 3. Straßenfest zufrieden. Wehrmutstropfen: Drei Läden schließen

von
erstellt am 11.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Durch die Große Straße in Bad Wilsnack zu bummeln, macht wieder richtig Spaß. So viel Spaß, dass sogar Wittenberger zum Straßenfest in die Kurstadt fahren. „Hier gibt es Unterhaltung und ich staune, was so ein Städtchen auf die Beine stellen kann“, sagt Waltraud Dreger.

Dass sie am Sonnabend dann noch ihre Wittenberger Freundin Ilse Löbel trifft, macht den Ausflug richtig rund. Zusammen trinken sie ein Glas Bowle, angeboten von der Kosmetikerin Manuela Düwerth. Sie sei häufig hier, gesteht Ilse Löbel: „In Wilsnack lässt es sich richtig gut leben und erholen“, meint sie.

Die beiden Damen sind nicht alleine unterwegs. Schon zum Auftakt um 11 Uhr flanieren Familien durch die Einkaufsstraße, legt Moderator und DJ Marko Taut flotte Musik auf, läuft das erste Bier aus dem Zapfhahn. Es ist das dritte Straßenfest, das der Verein Aktiv für Bad Wilsnack e. V. ausrichtet.

Knapp vier, fünf Jahre ist es her, dass die Straße verlassen und öd wirkte. Es gab ein paar wenige Geschäfte und ganz viel Leerstand. Echte Hoffnungen auf einen Neustart wurden selten geäußert. Doch dann nahmen einige Enthusiasten das Heft in die Hand. Frische Ideen und modernes Marketing in Kombination mit Mut bescherten der Straße eine Renaissance. Mehrere junge Einzelhändler eröffneten Geschäfte, unter ihnen Tina Grajek.

„Wilsnack ist attraktiv, es lohnt sich, hier etwas anzusiedeln“, sagt die Optikerin und Vorsitzende des Vereins. Ausbildung in Berlin, erste Arbeitsstelle Perleberg, dann die Selbstständigkeit in ihrer Heimatstadt. „Manche Leute kenne ich seit meiner Kindheit, das ist mir wichtig, das wollte ich gerne“, sagt sie. Ganz klar braucht es Optimismus, „aber Pessimismus kann man sich nicht leisten“, meint Grajek.

Die Wilsnacker würden die Angebote annehmen und seien sogar dankbar. Kunden aus den umliegenden Dörfern wüssten zu schätzen, dass sie nicht weit fahren müssten. Dennoch gibt es Rückschläge. Im Frühsommer schloss die Drogerie, jetzt folgen der Bäcker und ein Modegeschäft. „Drei Läden in unserer Straße ist viel“, sagt Tina Grajek.

Neue Gründer anzulocken und zu überzeugen sei für den Verein das wichtigste Ziel in den kommenden Monaten. Sie wollen mit dem Lotsendienst in Wittenberge zusammenarbeiten, ein Gründerfrühstück in Wilsnack durchführen. Und sie setzen auf Mundpropaganda. „Das ist immer noch das Beste.“

Karin Plagens hat die Eröffnung ihres Blumengeschäftes nicht bereut. Der Wechsel von Groß Lüben nach Wilsnack sei richtig gewesen. Sie wolle ihr Angebot erweitern, so dass die frei werdende Fläche nach Auszug des B&B Modegeschäftes im gemeinsamen Haus nicht leer steht. Mit der Resonanz am Sonnabend sei sie zufrieden.

Manuela Düwerth lädt die nächsten Gäste zu ihrer selbst gemachten Bowle ein. Elke Gensel ist die Inhaberin, aber Düwerth leitet die Kosmetik, Fußpflege und Parfümerie. „Die Stimmung ist gut, die Leute sind gut gelaunt und wollen etwas testen“, sagt sie. Auch Kurgäste schauen regelmäßig vorbei. Sie sei optimistisch, dass sich neue Einzelhändler finden werden und sie hat auch gleich eine Idee: „Der Straße fehlt ein Café.“

Bis in den Abend hinein bummelten Gäste durch die Straße. „Es mögen weniger Besucher als im Vorjahr gewesen sein, aber wir sind zufrieden und wollen das Straßenfest zu einer festen Größe werden lassen“, sagt Tina Grajek.  

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