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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 06:29 Uhr

Übung : Großalarm am Baumarkt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wittenberger Feuerwehr trainiert Menschenrettung und Löschangriff unter schwierigen Bedingungen

von
erstellt am 05.Okt.2015 | 22:00 Uhr

Die Rauchschwaden, die am Donnerstagabend aus der Warenannahme des Toom-Baumarktes am WEZ wabern, lassen Schlimmes befürchten. Um 19.45 Uhr hat die Brandmeldeanlage ausgelöst, rund fünf Minuten später künden Martinshörner von der herannahenden Hilfe.

„Das sind wirklich realistische Bedingungen“, sagt Wittenberges Wehrführer Lars Wirwich, als die ersten Feuerwehrmänner mit Atemschutz und Schlauchpaket in der weißen Wand verschwinden und bereits nach wenigen Metern nicht mehr zu sehen sind. „In einem verrauchten Gebäude sieht man fast nichts, man kann sich nur tastend fortbewegen.“

Das Szenario bei dieser Übung haben sich Wirwich und Marktleiter Heiko Köhler gemeinsam ausgedacht. „In der Warenannahme ist ein Feuer ausgebrochen, eine Person wird vermisst“, sagt Wirwich, während seine Mannen den verrauchten Bereich durchsuchen und schließlich ein „bewusstloses Opfer“ heraustragen. „Es war wirklich schwierig, ihn zu finden“, sagt Wirwich und verweist darauf, dass bei großen Gebäuden wie Markthallen die Menschenrettung besonders schnell gehen muss. „Das Zeitfenster ist klein, da die Dachkonstruktionen der Hitze meist nicht lange standhalten und einstürzen.“ Ein Löschangriff erfolge meist von Außen.

Während die Wittenberger retten und löschen, unterstützen die Wehren aus Bentwisch und Hinzdorf bei der Wasserförderung. „Die Zusammenarbeit klappt gut“, sagt Wirwich zufrieden.

„Wir müssen einmal im Jahr eine Hausräumungsübung machen“, sagt Marktleiter Heiko Köhler. „Da lag es nahe, die Feuerwehr gleich mit einzubinden und eine richtige Übung draus zu machen.“ Köhler weiß, wie wichtig das ist, war er doch selbst in jungen Jahren in der Feuerwehr aktiv. Außerdem seien gerade Baumärkte aufgrund der hohen Brandlast besonders gefährdet. „Lacke, Farben, Chemikalien, Baustoffe – wenn das brennt, wird es richtig gefährlich.“

Auch die Mitarbeiter werden regelmäßig für den Ernstfall geschult. „Beim Alarm hat jeder seine Aufgaben, beispielsweise die Notausgänge öffnen und Kunden aus dem Markt zu begleiten“, sagt Köhler. Auch eine praktische Einweisung in die Feuerlöscher und deren Handhabung erfolge regelmäßig mit Unterstützung der Feuerwehr.

Inzwischen hat sich auch das vermeintliche „Opfer“ erholt. Mathias Ruth ist im zweiten Lehrjahr zum Verkäufer und hatte sich freiwillig als vermisste Person zur Verfügung gestellt. „Das ist schon ein beklemmendes Gefühl, wenn man da in einer Ecke im Nebel liegt und nichts mehr sieht“, sagt er. „Aber es ist gut zu wissen, dass es gut ausgebildete Feuerwehrleute gibt, die im Ernstfall helfen.“

Hätte es im Toom-Baumarkt tatsächlich gebrannt, wären die Wittenberger auf Hilfe anderer Wehren angewiesen gewesen. „Perleberg, Weisen und Breese wären nachalarmiert worden“, so Wirwich.

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