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Blickpunkt Kommunalwahl in Perleberg : Grönboldt will ins Stadtparlament

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauernverband stellt mit Geschäftsführer der Quitzower Agrargenossenschaft erstmalig Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung

Wenn am 25. Mai die Abgeordneten für die Stadtverordnetenversammlung von Perleberg gewählt werden, dann steht auch Edwin Grönboldt auf der Kandidatenliste. Er bewirbt sich für den Bauernverband Prignitz um einen der 22 Sitze im Stadtparlament, der dann hier auch erstmalig vertreten wäre. Redakteurin Doris Ritzka sprach mit ihm über Erwartungen und Ziele.

Sie sind parteilos, warum treten Sie für den Bauernverband an?

Edwin Grönboldt: Auch wenn ich von Hause aus Diplomingenieur für Landtechnik bin, die Pflanzenproduktion war beruflich mein Metier. Als Jungingenieur ging ich vom KfL in die Pflanzenproduktion Premslin, heute bin ich Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Quitzow. Natürlich hätte ich auch für eine Partei kandidieren können, gefragt wurde ich. Ich will mir aber unabhängig eine Meinung bilden. Ich denke, da ist der Bauernverband der richtige.

Sie treten als einziger Kandidat an. Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Ich möchte durchaus einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung, sonst hätte ich mich nicht auf die Liste setzen lassen. Und wenn es die hinterste Bank ist, dann bringe ich mir eben ein Kissen mit und sage meine Meinung.

Kommunalpolitik, welche Erfahrungen haben Sie damit?

Die selben, wie die Masse der Bürger – was man darüber redet und liest. Manchmal freut es einen, manchmal ist es aber zum Haare raufen. Letzteres ist es auch, warum ich jetzt hier meinen Mund aufmachen will.

Wer nichts macht, macht keine Fehler …

… aber ändert eben auch nichts.

Was wollen Sie denn ändern?

Das muss ich selbst erst mal sehen. Klar, klug reden kann jeder. Ich könnte auch am Stück aufzählen, was mir nicht in den Kram passt. Unterm Strich soll und muss aber was für Perleberg und seine Satelliten ’drum herum ’rauskommen. Zumeist ist es besser, nicht so viel über etwas, sondern einfach miteinander zu reden. Was teilweise in der Stadtverordnetenversammlung abging bzw. unter den Abgeordneten, da schüttelt man nur den Kopf. Sie haben sich in aller Öffentlichkeit gefetzt, bevor sie überhaupt miteinander die Sache abgeklärt hatten.

Sie sehen sich als Interessenvertreter von wem?

Dem ländlichen Raum, das heißt den Menschen hier und auch den privaten wie genossenschaftlichen Unternehmen. Wir als Landwirte sind wichtige Steuerzahler für die Kommune. Und Perleberg ist mehr als nur Bäckerstraße und Wittenberger Straße. Bei uns im Dorf heißt es ländlicher Wegebau. Synergieeffekte beispielsweise mit dem Stadtbetriebshof nutzen, könnte eine Form sein, die sich gleichermaßen aber auch für Spiegelhagen, Düpow und die anderen Satelliten rund um Perleberg auszahlen müsse.

Natürlich liegt mein Interesse vordergründig bei der Landwirtschaft. Ich wäre sonst auch ein schlechter Landwirt. Hier habe ich Erfahrungen. Das andere will und muss ich lernen.

Stichwort Landwirtschaft: Welche Angriffspunkte für Ihre Arbeit als möglicher Abgeordneter sehen Sie da?

Ich sage nur Biogas. Bestreben kann es nicht sein, dass Anlagen über sich hinaus wachsen und dafür der Rohstoff durch die ganze Republik gekarrt werden muss, weil er an Ort und Stelle nicht mehr reicht.

Ein vernünftiges Miteinander von privaten und genossenschaftlichen Unternehmen in der Region, nur so geht es. Wir haben es schon geschafft, etliche Befindlichkeiten untereinander abzubauen, aber eben längst noch nicht alle.

Insgesamt ist es einfach wichtig, das Bild der Landwirtschaft von heute auch zu vermitteln, zu sagen, was machen wir wie und warum.

Wie das, ich denke, wir leben in einem ländliche geprägten Raum?

Wenn ein Eigenheimbesitzer seine Petersilie im Laden kauft, hat das nicht mehr viel mit ländlichen Raum und einer Beziehung dazu zu tun.

In welchem Ausschuss könnten Sie sich eine Mitarbeit vorstellen?

Wirtschaft und Bau, denn all das ist auch für einen Landwirt das tägliche Brot. Wir sind Arbeitgeber, Steuerzahler und als solche verlässliche Partner der Kommune. Das Zusammenwirken mit wirtschaftlichen Partnern, das leben wir. Ich sage immer, es muss ein Geben und Nehmen sein. Dass das geht, dafür ist unsere Symbiose mit Vion in Sachen Energie das beste Beispiel.

      Danke für das Gespräch

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erstellt am 25.Apr.2014 | 08:00 Uhr

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