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Kulturkate Neu Lübtheen : Grenzgeschichte(n) auf der Elbe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kulturkate Neu Lübtheen begeistert Tausende Besucher mit Theater auf schwimmender Bühne / Auftritte in Lenzen abgesagt

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Monatelang gab es Ankündigungen und Ideen, das Floß wurde gebaut und gezeigt, es folgten Umbauten, die Proben in Neu Lübtheen und schließlich fügte sich in Dömitz alles zusammen: Das Theaterspiel auf dem Floß auf der Elbe begann, zog die Besucher in seinen Bann mit dem Zauber des Projektes, das den 25. Sommer nach der Wende am früheren Grenzfluss mitprägen soll.

Die Bühne auf dem Floß, vertäut in einer Elbbucht, davor die 400 Besucherstühle auf dem leicht ansteigenden Deich, dahinter der majestätisch daliegende Fluss, in der Ferne die Elbbrücke Dömitz. Symbolischer ging es nicht in Dömitz, wo am 25. Juli das Stück „Die vergessene Brücke“ Premiere feierte. Dorthin kam früher eigentlich keiner. Mitten im einstigen Niemandsland wird Theater gespielt. Geboten wird mit dem Stück nicht etwa dröger Geschichtsunterricht. Vielmehr wird eine deutsch-deutsche Geschichte erzählt, die sich von den Fakten her gar nicht so abgespielt haben kann, die aber doch auf bitteren historischen Tatsachen gründet. Wie vom künstlerischen Team der Kulturkate gewohnt, gibt es auch in diesem Jahr ein knalliges, lebendiges und uriges Sommertheater, die Zeit wird den Gästen nicht langweilig werden. Witzig und zum Teil auch sehr ausgefallen sind die Kostüme. Vieles, so auch die Uniformen, ist keineswegs auf Originalität getrimmt, manches wird nur zitiert.

Das Ensemble selbst bewirbt sein Stück so: „Ein unbedeutender Grenzübergang. Zwei verfeindete Länder unterschiedlicher Systeme, getrennt und verbunden durch eine vergessene Brücke im Niemandsland. Auf der einen Seite das Grenzorgan Hartmut mit seiner Tochter Ute, die – wie könnte es anders sein – den jungen Grenzer Torsten auf der gegenüberliegenden Seite des Stromes liebt. Eine insolvente Hotelbesitzerin und ein angelnder Drogist, ein kurzsichtiger Staatspräsident und ein schwäbelnder Tourist – sie alle machen ihre eigenen Grenzerfahrungen an diesem gottverlassenen Ort. Nur Schmugglitschinski und seine Bande sind hier ganz in ihrem Element. Denn der kleine Grenzverkehr ist eine Goldgrube: In die eine Richtung fließen Drogen und Kugelschreiber; in die andere Antiquitäten, Blutkonserven, ja sogar Menschen...“

Nach der Hälfte der Auftritte – neben Dömitz gab es Auftritte in Boitzenburg und Darchau, die bislang rund 2000 Besucher anzogen – ist das Ensemble eingespielt, sind technische Probleme weitgehend behoben. Es gibt aber auch Rückschläge. So sind die ursprünglich in Lenzen geplanten Vorstellungen abgesagt worden. „Der logistische Aufwand wäre viel zu groß geworden, das mussten wir einsehen. Wir hoffen nun, dass die Menschen aus dem Brandenburgischen, die den Spielort Lenzen im Plan hatten, jetzt zu unseren Vorstellungen ins nahe Dömitz kommen“, erklärte Volkert Matzen, der Leiter der Kulturkate.

 

Termine: Lauenburg (14., 15., und 16. August), Hitzacker (21., 22., und 23. August) sowie noch einmal Dömitz am 30. August. Karten gibt es im Vorverkauf auch unter www.kulturkate.de oder an den Abendkassen.

 

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