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Der Prignitzer

18. Oktober 2017 | 02:13 Uhr

Gräber sollen teurer werden

vom

svz.de von
erstellt am 12.Dez.2012 | 06:12 Uhr

Karstädt | Eine Mammut-Tagesordnung hat die Karstädter Gemeindevertretung heute ab 19 Uhr zu bewältigen. Dazu gehört die Beratung und der Beschluss einer überarbeiteten Friedhofs- und Gebührensatzung, die zuvor in den Ortsbeiräten und Ausschüssen zur Diskussion stand. Der Ortsbeirat Karstädt sah auf seiner Sitzung Klärungsbedarf und empfahl daher eine Rückstellung zur nächsten Gemeindevertretersitzung. "Uns liegen keine Zahlen vor, die nachvollziehbar aufschlüsseln, wie die neuen Gebühren zustande kommen", erklärten die Ortsbeiratsmitglieder. Auch hätten die Unterlagen spät vorgelegen.

Die bisher gültige Friedhofs- und Gebührensatzung ist erst dreieinhalb Jahre alt. Bis dahin galten die jeweiligen Bestimmungen der einst 13 selbstständigen Gemeinden. Ab Mai 2009 waren für eine Doppelgrabstelle einschließlich Friedhofsbewirtschaftung einheitlich 800 Euro zu zahlen, für ein kleines Urnen- bzw. Kindergrab 200 Euro, für eine anonyme Urne 500 Euro und eine Stelle in der Urnengemeinschaftsanlage 640 Euro - einmalig für die gesamte Liegezeit von 25 Jahren.

"Das war damals ein politischer Beschluss, der nicht den tatsächlichen Kosten entsprach", meint Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck. Und auch die neue Gebührenempfehlung, sollte sie heute beschlossen werden und zum 1. Januar 2013 in Kraft treten, decke nicht die wahren Kosten. Für ein Doppelgrab (Liegezeit 25 Jahre) werden dann 1375 Euro berechnet, die realistischen Kosten von 2450 Euro wolle man jedoch den Angehörigen nicht zumuten. Die Differenz trage wie bisher der Gemeindehaushalt. Gleiches gelte für ein Einzelgrab von 700 Euro (bisher 320 Euro, realistisch 1220 Euro) oder das kleine Urnen- bzw. Kindergrab von 400 Euro (bisher 200, realistisch 840 Euro). Die Gesamtsumme kann auch in Jahresgebühren bezahlt werden.

Angehoben werden sollen ebenfalls die Friedhofskosten bei Verlängerung der Liegezeiten. So sollen Doppelgräber statt 16 Euro pro Jahr 28 Euro kosten, Einzel-/Urnen-/Kindergräber groß statt acht 14 Euro (klein sieben statt vier Euro).

Laut geänderter Satzung sollen künftig auf 22 der 26 kommunalen Friedhöfe Beisetzungen in Urnengemeinschaftsanlagen mit Schrifttafel möglich sein - Kosten für Tafel und Gravur sind extra zu entrichten. Weiterhin bestehen bleiben soll die Möglichkeit, alte Grabsteine auf den Friedhöfen ortsüblich abzustellen - außer in Karwe, Neuhof und Wittmoor. Laut überarbeitetem Satzungsentwurf soll die Ausnahme auch für Karstädt gelten. Der Ortsbeirat plädiert jedoch weiterhin für eine Ablagemöglichkeit als Erhalt eines Stücks Ortsgeschichte, zur Abdeckung der Pflegekosten sollte eine Jahresgebühr von fünf Euro erhoben werden. "Ein Ablage dürfte in Karstädt jedoch nur zehn bis 15 Jahre möglich sein, da wir sonst neue Flächen brauchen", gibt der Ordnungsamtsleiter zu bedenken.

Aktuelle Zahlen zu Beisetzungen 2012 in der Gemeinde Karstädt: 33 Erdbestattungen, 29 Urnenbestattungen, drei anonyme Bestattungen, sechs Bestattungen in einer Urnengemeinschaftsanlage.

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