kunst aus kuwalk : Götz Schallenberg kann’s nicht lassen

Mit Norweger-Mütze als Reisesouvenir auf dem Kopf eröffneten Götz Schallenberg und der Saxophonist Warnfried Altmann die Gemädeausstellung.
Mit Norweger-Mütze als Reisesouvenir auf dem Kopf eröffneten Götz Schallenberg und der Saxophonist Warnfried Altmann die Gemädeausstellung.

Der Künstler hatte nach Kuwalk eingeladen und verriet, dass es am 4. August eine kleine Kuwalkade geben wird.

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04. Februar 2014, 12:00 Uhr

„Wenn einer eine Reise tut ...“ – Götz Schallenberg malt. Anfangs kommen das Schauen, die Fotos, Skizzen, Studien, Entwürfe – „die Bilder im Herzen“.

Erst zu Hause, im Atelier des einsamen Dreiseitenhofes in Kuwalk, 50 Meter hinter der mecklenburgischen Landesgrenze in Brandenburg gelegen, entstehen dann daraus Aquarelle, Kreide- oder Filzmaler-Zeichnungen, Holz- und Linoleumschnitte, Grafiken, zuletzt große, farbenfrohe Bilder, mit Acryl gemalt. „Ich lange gern voll in die Farben rein.“ Manche Motive wie ein kalbender Gletscher werden mehrfach variiert und wiederholen sich so lange, bis sich das Typische daran im Betrachter festsetzt. „Ich brauche das, um mich dem Thema und seiner Komposition besser anzunähern“, erzählt Götz Schallenberg.

Fast drei Wochen lang waren Götz Schallenberg (69) und seine Frau Sibylle im September 2013 als Passagiere auf der „Aida Bella“ unterwegs – von Warnemünde über Norwegen und die Faröer Inseln nach Island, Grönland, Kanada bis nach New York. Allerdings überschatteten der Diebstahl einer Geldbörse und der Verlust des Handgepäcks den Genuss dieser Schiffsreise. Immerhin tauchte das Handgepäck neun Wochen später aber wieder auf. „Danach habe ich mich nicht als kranker Mann ins Krankenhaus gelegt, sondern fleißig und kreativ gearbeitet.“

Er sei etwas ungeduldig mit sich selbst gewesen, gestand Schallenberg, weil er mit der künstlerischen Umsetzung der Bilder nicht schnell genug vorangekommen sei. „Durch meine langjährige künstlerische Erfahrung weiß ich frühzeitig, wie das Ergebnis aussieht – noch bevor es da ist.“ Die Resultate seiner intensiven Schaffensperiode waren am Sonnabend bei der Vernissage im Atelier Kuwalk zu bewundern.

Musikalisch wurde die Ausstellungseröffnung vom Wangeliner Saxophonisten Warnfried Altmann mit zwei Improvisationen umrahmt. Die Motive der Gemälde von Götz Schallenberg erscheinen auf schwarz umrandete, monochrome Farbflächen von immenser Leuchtkraft reduziert. „Eine Sonne sieht bei mir manchmal aus wie ein grellbuntes Spiegelei.“ Noch bis Ende Juli werden die Bilder der Schiffsreise ausgestellt sein. Unter der Rufnummer 038733/20294 wird um vorherige telefonische Anmeldung oder Terminvereinbarung gebeten.

„Am 4. August steigt dann eine weitere Kuwalkade, aber als Kleinauflage.“ Kuwalkade hatte Schallenberg die Veranstaltungsreihe benannt, die als mitreißende Mischung aus Gemäldeschau, Aktionen bildender Künstler und Konzerten 15 Jahre lang während des Prignitz-Sommers viele Besucher in die Region gelockt hatte. Aus gesundheitlichen Gründen wollten der Künstler und seine Frau eigentlich seit 2012 etwas kürzer treten – können es aber offenbar doch nicht ganz lassen.

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