Ausbildungsmesse : Go! bietet Infos aus erster Hand

Thomas Götze und Bianca Duda informieren Kristina Noppel über die Ausbildung bei der Bundeswehr. Das Interesse von Jungen und Mädchen ist gleich groß, nach Auslandseinsätzen wird selten gefragt, sagt Götze.
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Thomas Götze und Bianca Duda informieren Kristina Noppel über die Ausbildung bei der Bundeswehr. Das Interesse von Jungen und Mädchen ist gleich groß, nach Auslandseinsätzen wird selten gefragt, sagt Götze.

Messebummel zeigt die Vielfalt regionaler Ausbildungsmöglichkeiten und überzeugt Wirtschaftsminister Albrecht Gerber

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16. November 2014, 14:26 Uhr

Die Kreishandwerkerschaft mit all ihren zehn Prignitzer Innungen. Das ist eine Premiere auf der 14. Ausbildungsmesse Go! am Sonnabend. 81 Aussteller – auch das eine Premiere. Beim Rundgang durch die restlos gefüllte Rolandhalle in Perleberg ergeben sich spannende Gespräche, Einblicke in die Vielfalt der Ausbildungsberufe in der Prignitz und mit etwas Glück eine Lehrstelle.

Die sucht Anna Ginkel. „Ich möchte Augenoptikerin werden“, sagt sie. Am Stand von Augenoptikermeisterin Diana Stürzebecher ist sie richtig. Schnell kommen sie miteinander ins Gespräch. Anna hat bereits Praktika absolviert und weiß so einiges über diesen Beruf und die Augenoptikerin ist auf der Suche nach einem Azubi.

„In den Naturwissenschaften musst du gut sein, du brauchst Geschick, Ausdauer und Kenntnisse in der Wirtschaft.“ Anna nickt und lässt sich die Adresse des Perleberger Geschäftes geben.

Keine zehn Schritte weiter herrscht Blitzlichtgewitter. Promis haben die Halle nicht betreten, sondern hier geht es um viel wichtigere Fotos: Andreas Klaer macht Bewerbungsbilder. Mit wenigen Worten lockert er die Schüler auf, entspannt sie. „Sie sollen nicht einfach nur lächeln, auch die Augen müssen lächeln“, sagt der Fotograf aus Potsdam. Bezahlen muss niemand – die IHK bietet im Rahmen ihrer Ausbildungsinitiative dieses Angebot auf der Go! an.

Wessen Frisur nicht richtig sitzt, der kann vor dem Shooting noch fix bei Kathrin Hahn vorbei schauen. Die Friseurmeisterin aus Bad Wilsnack hat ihren Azubi Kathrin Reinfeldt mitgebracht. „Ich habe derzeit drei Lehrlinge und sie alle über ein Praktikum kennen gelernt“, sagt Kathrin Hahn. Das sei nicht selbstverständlich, oft bleibt die Suche erfolglos.

„In unserer Branche ist es eine Katastrophe, Lehrlinge zu finden“, sagt sie. Den ganzen Tag über stehen, der Lohn nicht gerade üppig und Talent muss der junge Mensch auch noch haben. Bisher hat die Wilsnackerin acht Azubis erfolgreich ausgebildet. Die Messe sei für sie eine gute Gelegenheit, potenzielle Bewerber kennen zu lernen, erste Kontakte zu knüpfen.

Diese Aussage ist heute oft zu hören. Die Firmen sind es, die die Jugendlichen umwerben. Karin Gresenz von der Agentur für Arbeit bestätigt dies. Seit 14 Jahren nimmt die Berufsberaterin an jeder Go!-Messe, die von unserer Zeitung gegründet und gemeinsam mit der Volks- und Raiffeisenbank sowie dem Wachstumskern Perleberg-Wittenberge-Karstädt veranstaltet wird, teil. „Die Betriebe müssen richtig aktiv werden. Es gibt in der Prignitz mehr Ausbildungsplätze als Schulabgänger“, sagt sie. Das sei der entscheidende Unterschied zu früheren Jahren. Und noch etwas ist der Expertin aufgefallen: „Die Vielfalt der Ausbildung im Landkreis ist größer geworden.“

Solche Worte gefallen Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Für ihn scheint die Go! kein lästiger Pflichttermin zu sein. Fast zwei Stunden schlendert er durch die Halle, spricht mit Schülern, Lehrlingen und Geschäftsführern gleichermaßen. Manches will er ganz genau wissen, wie am Stand des Kreiskrankenhauses.

Die Schule für Gesundheitsberufe hat Babypuppen mitgebracht. An ihnen kann eine Reanimation geübt werden. Albrecht Gerber lässt sich das erklären, zeigen und probiert es dann selbst. Im Gespräch erfährt er, dass kürzlich wieder eine Klasse an der Schule eröffnet wurde. Die jüngsten Schüler sind 16 Jahre, die ältesten 47. „Sie trauen sich diese Ausbildung noch zu, wollen einen neuen Beruf erlernen“, sagt Ireen Müller-Tilgner und Gerber kommentiert bezogen auf sein Ministeramt: „Ich bin auch 47 und fange gerade etwas Neues an.“

Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, begrüßt ihn. Auch für sie nimmt sich der Minister Zeit, greift sich einen Aufkleber „Landwirtschaft dient allen“ und ergänzt: „Landwirtschaft ist auch Wirtschaft.“ Damit ist klar, er ordnet sie seinem Ressort zu, hat offene Ohre für die Belange der Bauern.

Gemeinsam mit Landrat Torsten Uhe (parteilos) spricht Albrecht Gerber am Ende des Rundgangs von einer außerordentlich gut besuchten Messe. „Die Jugendlichen informieren sich heute früher, kommen schon mit 13, 14 Jahren. Dadurch lernen sie die regionale Wirtschaft besser kennen“, sagt Uhe. Minister Gerber kündigt an, im nächsten Jahr gerne wieder zur Go! zu kommen. Das wäre sein dritter Besuch in Folge und er schlägt vor, zum Messejubiläum diejenigen zu ehren, die seit 15 Jahren teilnehmen, sich als Ausbilder präsentieren.

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