Berufsstartermesse Perleberg : GO! als Wegweiser für die Zukunft

Melanie Fixsen (l.) erläutert Emmelie und Angela Schulz (r.) ihr College.
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Melanie Fixsen (l.) erläutert Emmelie und Angela Schulz (r.) ihr College.

15. Auflage der Messe für Ausbildung und Studium lockt mit vielfältigem Angebot. Rolandhalle stößt bei Entwicklung langsam an Grenzen

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08. November 2015, 22:00 Uhr

Als sich die Tore der Rolandhalle öffnen, schieben sich die Menschen dicht an dicht in die große Halle. 90 Aussteller warten hier mit ihren Ständen auf die zukünftigen Auszubildenden und Studenten. Doch wo beginnen? Helferin in der Not ist Elisa Hasse. Sie steht am Eingang und verteilt Hallenpläne. „Ich war vor einem Jahr selbst auf der GO! und habe mich informiert, was ich machen könnte. Heute habe ich eine Lehrstelle und kann selbst helfen“, so die Auszubildende im ersten Lehrjahr bei der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz. Diese ist zusammen mit dem „Prignitzer“ seit 15 Jahren Veranstalter der Berufsstartermesse, in Zusammenarbeit mit dem RWK - Regionaler Wachstumskern Prignitz – und in Kooperation mit der Stadt Perleberg. Welcher Beruf passt zu mir, das ist seit Anbeginn die große Frage. Nur gut also, dass die Vielfältigkeit auf der GO! seit Jahren wächst. „Wir haben mit etwa 30 Ständen angefangen und heute platzt die Halle beinahe aus allen Nähten“, so Isabel Beckmann, Geschäftsstellenleiterin des „Prignitzers“. „Die GO! ist kontinuierlich gewachsen, wird von Eltern und Schülern gut angenommen und bietet heutzutage bessere Möglichkeiten denn je, um in der Region zu bleiben, auch wenn es mittlerweile für viele Unternehmen eine Herausforderung ist“, ergänzt der Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, Ingo Schlender.

Eine Herausforderung, der sich vor allem das Handwerk stellen muss, doch ist am Stand von Dachdeckermeister Michael Linow aus Grube ordentlich was los. „Wir sind in meinem Betrieb nur zwei Leute und ich bilde selber nicht aus, engagiere mich aber gerne für die Kollegen in der Innung. Viele wollen einfach wissen, was man für diese Ausbildung benötigt“, so der Dachdeckermeister. So auch Niklas Krause, der mit seinen Eltern auf die Messe gekommen ist. „Ich möchte einen Beruf, der mich körperlich fordert. Ich habe dem Dachdecker in unserem Dorf oft zugesehen, weiß wie anstrengend das ist und möchte es trotzdem versuchen“, so der Neuntklässler. „Er möchte außerdem in der Region bleiben und soll halt mit Spaß zur Arbeit gehen, sonst hat es keinen Sinn“, ergänzt sein Vater Ronald.

Baufachzentrum, Polizei und Universitäten

Spaß, aber vor allem auch Leistung hat Sven Schweder gebracht und ist dafür als Azubi des Monats September ausgezeichnet worden. „Ich bin damals aufgrund einer schweren Erkrankung erst drei Monate später in meine Ausbildung zum Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik eingestiegen. Mein Betrieb hat mich dann toll unterstützt, nun bringe ich herausragende Leistungen bei der Arbeit und in der Schule. Ich weiß wie es ist, Anfänger zu sein und kann vielleicht einen Anstoß geben“, erzählt der Azubi der Meyenburger Elektrobau GmbH.

Doch nicht nur das Handwerk stellte sich vor. So reichte die Palette vom Baufachzentrum über die Polizei, der Agentur für Arbeit, der Bundeswehr bis hin zu Universitäten und Fachhochschulen.

So war Melanie Fixsen für das Baltic College Schwerin und die Fachhochschule des Mittelstandes im allgemeinen im Einsatz. „Wir wollen Leute aus ganz Deutschland für unsere Hochschulen begeistern. Der Schwerpunkt in Schwerin liegt auf Wirtschaft und Tourismus, das klingt für viele sehr verlockend und ich kann auf Augenhöhe Fragen beantworten“, so die 21-Jährige Studentin. Emmelie Schulz und Mama Angela sind in dem Moment gerade an ihrem Stand angekommen. „Eigentlich will ich Grundschullehrerin werden, aber hier werden auch viele andere Möglichkeiten gezeigt. Das ist toll gebündelt und direkt vor meiner Haustür“, so die Neuntklässlerin des Gottfried Arnold Gymnasiums Perleberg.

Worte, die Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura sicherlich gerne hört. „Die Messe ist kontinuierlich gewachsen. Da haben die Initiatoren damals mit großem Weitblick agiert. Sollte der Standort einmal zu klein werden, kann man sicher mit einem Außenbereich erweitern. Doch das erste Wochenende im November gehört fest der GO!“ Und auch ihr Wittenberger Kollege, Dr. Oliver Hermann, war sichtlich zufrieden: „Ich führe viele Gespräche mit Firmen und die Nachwuchsprobleme sind hierbei fast immer ein wichtiges Thema. Meist fällt der Blick auf die großen Namen der Branchen, aber vor Ort gibt es meistens genau so gute Chancen. Diese zu entdecken ist das Ziel so einer Messe.“

Neue Perspektiven durch die Aussteller

Doch können diese Chancen nicht nur in der Prignitz, sondern auch in der Umgebung liegen. „Es geht darum überall präsent zu sein, deshalb sind wir aus Schwerin angereist. Die Leute sind ja auch immer Multiplikatoren und es ist wichtig den Bewerbern und Eltern so viele Fragen wie möglich zu beantworten – von der Vielfalt profitieren dann alle“, so Astrid Golbs, Personalleiterin des medienhaus:nord. Ob Johanna Beckmann den Beruf der Medienkauffrau einschlagen will, das weiß sie noch nicht. „Ich möchte was mit Menschen machen und es wäre auf jeden Fall schön, in der Region zu bleiben“, so die Cumlosenerin. „Es sind ja noch zwei Jahre Zeit, bis sie sich entscheiden muss. Aber das Angebot hier ist ja schon sehr vielfältig. Teilweise sind es Sachen, an die denkt man im ersten Augenblick gar nicht und so ergeben sich neue Perspektiven“, fügt ihre Mutter Katrin Beckmann hinzu und zeigt damit, dass die GO! auch in diesem Jahr wieder ihre Aufgabe erfüllt hat.

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