Glück im Unglück bei Wohnhausbrand

<fettakgl>Dicker Rauch dringt</fettakgl> aus der Waschküche des Mehrfamilienhauses. Die Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen.
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Dicker Rauch dringt aus der Waschküche des Mehrfamilienhauses. Die Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen.

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27. Juli 2012, 04:45 Uhr

GroSS Pankow | Gegen 2.30 Uhr war Freitag für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren von Groß Pankow, Kuhsdorf, Kuhbier, Wolfshagen, Giesensdorf und Mesendorf die Nacht vorbei. Sie wurden zum Brand eines Mehrfamilienhauses im Pankeweg in Groß Pankow gerufen. Ausgebrochen war er in der Waschküche des Hauses. Und zum Glück, so Volker Lehmann, stellvertretender Kreisbrandmeister, der selbst vor Ort war, blieb es auch auf diesen Raum beschränkt. Unter Vollatemschutz konnten die Kameraden den Brand löschen und ein Ausbreiten auf die Wohnungen verhindern. Allerdings machte sich der Rauch schnell breit, mussten acht Bewohner des Hauses evakuiert werden. Eine 47-jährige Frau wurde wegen des Verdachts der Rauchgasvergiftung vor Ort von Rettungskräften behandelt, musste aber nicht ins Krankenhaus.

Wer Familie oder Freunde in Groß Pankow hatte, kam dort für die nächsten Stunden unter. Für die anderen sorgte die Gemeindeverwaltung Groß Pankow (Prignitz). "Wir sind mit ihnen, konkret handelte es sich um fünf Personen, in einem Versammlungsraum des Groß Pankower Rathauses gegangen", erzählt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Karsten Lehmann. Und dort gab es nicht nur Sitzplätze zum Ausruhen, denn natürlich saß den Mietern noch der Schreck in den Gliedern ob des jähen Ende ihres Nachtschlafes,. "Wir haben Kaffee gekocht, andere Getränke angeboten und auch ein Frühstück organisiert", berichtete Lehmann. Ordnungsamtsleiterin Anke Pflückhahn packte dafür kurzerhand zu Hause Wurst, Konfitüre und Butter ein, fuhr an der Tankstelle vorbei und besorgte frische Brötchen, die es zu dieser frühen Stunde andernorts nicht gab.

So wurden die Stunden bis in den Morgen überbrückt. Denn dann sollte vor Ort entschieden werden, ob die Betroffenen wieder in ihre Wohnungen können. "Sie waren Freitag früh alle wieder im Haus", beschreibt Axel Effland, Geschäftsführer der Lamak GmbH, die das Vierfamilienhaus vermietet. Außer der Rauchbelästigung habe der Brand in den Wohnungen und am Gebäude keine Schäden hinterlassen. Auch Wasserschäden durch den Feuerwehreinsatz seien kaum zu verzeichnen. "Es riecht noch ein bisschen, auf den Küchenmöbeln hat sich ein kleiner Film gebildet, aber das lässt sich abwaschen, deshalb braucht man die Wohnungen nicht zu räumen", erklärt auch Anke Pflückhahn, die sich am Morgen selbst vor Ort ein Bild machte. Mittlerweile hat sich hoffentlich auch der kleine Hund wieder angefunden, der in der Nacht, offensichtlich verschreckt durch die Sirenen und den Feuerwehreinsatz, das Weite gesucht hatte.

Kriminaltechniker waren vor Ort, um die Brandursache zu ermitteln. Sie schließen vorsätzliche Brandstiftung nicht aus, nachdem zunächst ein technischer Defekt eines Gerätes in der Waschküche vermutet worden war, wie unsere Redaktion auf Nachfrage von Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord, zu der auch die Prignitz gehört, erfuhr. Das wäre der zweite Fall von Brandstiftung in Groß Pankow, denn bereits am 11. Mai war es zu einem Feuer in einem Neubaublock im Steindamm gekommen. Damals war ein Kinderwagen im Hausflur angezündet worden, eindeutig vorsätzliche Brandstiftung, wie Dörte Röhrs bestätigt.

"Wenn es jetzt Übereinstimmungen mit dem damaligen Brand geben sollte, nach dem gleichen Schema vorgegangen wurde, wäre das schon schlimm für unsere Gemeinde", sagt Bürgermeister Thomas Brandt. Denn eine Brandstiftungsserie habe es bisher im Gemeindegebiet nicht gegeben. Das bestätigt auch Gemeindebrandmeister Wolfgang Taepke.

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