Kleinod mit Zukunft : Glöwens Bahnhofsgebäude lebt

bahnhof glöwen
Foto:

Investor erwarb das 170 Jahre alte Denkmalhaus und sanierte es. Großer Andrang zur öffentlichen Führung am Samstag

von
15. August 2016, 11:00 Uhr

Das Glöwener Bahnhofsgebäude an der Strecke zwischen Wittenberge und Berlin feiert im Oktober seinen 170. Geburtstag. Und es gibt Grund zum Feiern. Zwar hat sich die Bahn AG längst aus dem Haus zurückgezogen. Für sie war es nutzlos. Aber es fand sich ein Käufer. Dr. Roland Wierling, Forstwirt und Steuerberater, hat das als Denkmal geschützte Gebäude erworben,seit 2012 bzw. 2013 mit Liebe zum Detail saniert und investiert. „Jetzt kann und soll es genutzt werden“, sagte Dr. Wierling am Sonnabend. Dieser Sonnabend war ein besonderer Tag. Der Investor und seine Projektleiterin Franziska Richert stellten der Öffentlichkeit vor, wie sich das Innenleben des 170 Jahre alten Denkmals in den letzten Jahren verändert hat.

Über 800 Quadratmeter Fläche verfügt das Bahnhofsgebäude. Viel Raum, um Pläne zu verwirklichen. „Wir kombinieren Wohnen und Gewerbe“, sagt Wierling. Dass sich in Bahnhöfen im Obergeschoss Wohnungen befanden und unten Diensträume sei ja üblich gewesen.

So werde es auch in Glöwen sein. Im Obergeschoss sind fünf sehr unterschiedlich große und individuell geschnittene Wohnungen entstanden, erreichbar über einen Aufzug oder über das denkmalgerecht hergerichtete Treppenhaus.

Im Untergeschoss warten die ehemalige Mitropa, Schalterhalle, Wartesaaal und Co. auf neue Nutzer. Das könnte eine Arztpraxis sein. Wierling hat auch Firmen aus dem Berliner Raum im Auge, die sich im ehemaligen Bahnhof niederlassen könnten, „denn die Lage und die Verbindung in die Hauptstadt sind erstklassig“.

Zumindest in Glöwen ist das Interesse an dem neuen alten Bahnhof groß. Das erlebten Dr. Wierling und seine Projektleiterin bei den öffentlichen Führungen am Samstag. „Man will doch sehen, was sich hier getan hat“, sagt Ria Trebes. Und Reinhard Beuth erinnert sich noch genau an die ehemalige Mitropa, erzählt vom Pollo, der gleich neben der Hauptstrecke als Kleinbahn die Eisenbahnverbindung nach Havelberg darstellte.

Und auch Glöwens Ortsvorsteher Reimar Haering war unter den Besuchern. Keinen Hehl macht Haering aus seiner Freude, „dass der neue Besitzer uns hier im Bahnhof einen Raum für eine kleine Ausstellung zu Glöwens Geschichte zur Verfügung stellt“. Und Haering übergab Wierling auch gleich das erste Ausstellungsstück. Eine Laterne mit der Prägung DB für Deutsche Reichsbahn. „Ich habe sie von Hilda Trebus aus Schwanensee (Ortsteil von Glöwen – d. Red.) erhalten“, erzählt Haering. Wenn der Pollo in Schwanensee halten sollte, hat sie die Kerze in der Laterne angezündet, so zumindest die Überlieferung. Die Laterne kommt in das Wartesaal-Museum.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen