Glöwen : Glöwen kann 7. Klasse eröffnen

<p>Die Proteste haben einen ersten Teilerfolg gebracht.</p>

Die Proteste haben einen ersten Teilerfolg gebracht.

Ministerium erteilt schriftliche Zusage für das nächste Schuljahr. Oberschule und Gemeinde wollen Gesetzesänderung erreichen

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17. Mai 2018, 21:00 Uhr

Die Eltern in und um Glöwen können aufatmen: Aus dem Bildungsministerium kam die schriftliche Bestätigung, „dass auch am Schulzentrum Glöwen trotz der geringen Anmeldezahlen eine Klasse in der Jahrgangsstufe 7 zum Schuljahr 2018/19 eingerichtet werden kann“.

Ein erster Teilerfolg. So werten die Verantwortlichen in Gemeinde und Schule diese Nachricht sowie den einstimmigen Beschluss des Landtages zum Erhalt der weiterführenden Schulen im ländlichen Raum in den kommenden beiden Schuljahren. „Doch Zeit zum Ausruhen bleibt nicht“, betont Bürgermeisterin Anja Kramer.

„Wir müssen am Ball bleiben, bis eine endgültige Entscheidung fällt.“ Für die Bürgermeisterin ist nicht nachvollziehbar, warum es keine klare Aussage zum Schuljahr 2019/20 gibt. Teilt doch das Ministerium ebenso mit, dass an allen Schulstandorten des Landes in den nächsten beiden Schuljahren eine Klassenbildung erfolgen werde.

Gibt es also wieder eine Beschränkung für Glöwen? Die Frage bleibt an diesem Tag unbeantwortet. Unbeantwortet bleibt vorerst auch die Frage, ob es in Glöwen dauerhaft eine Einzügigkeit geben wird. Die Forderung wurde auch mit einem Beschluss der Gemeindevertretung untermauert. Doch hier will das Ministerium erst die Ergebnisse der Demographie-Kommission des Landtages abwarten. „Wenn die im kommenden Jahr vorliegen, müssen wir die Auswertung begleiten,“ so Anja Kramer. Der Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann (CDU), selbst Mitglied dieser Kommission, weist darauf hin, „dass die Empfehlungen der Kommission keinen Gesetzescharakter haben. Eine Gesetzesänderung wäre dann durch den Landtag nötig“.

Ein klares Bekenntnis zur Schule kommt in der Runde von allen Seiten. Rainer Schneewolf, der in der Gemeinde Plattenburg den zuständigen Fachausschuss leitet, fordert alle Anwesenden auf, immer wieder die Landtagsabgeordneten aller Parteien auf diese spezielle Problematik aufmerksam zu machen, und deren Unterstützung einzufordern.

Schulleiter Jörn Atlas setzt auf den Integrationsgedanken an der Oberschule mit Grundschulteil, der mit der Genehmigung für das „Gemeinsame Lernen“ seine Fortsetzung findet. „Hier sind wir gut aufgestellt, im kommenden Schuljahr stehen drei – aktuell zwei – Sonderpädagogen zur Verfügung, die ihren Anteil zur Umsetzung des Konzeptes leisten“, so der Schulleiter. Lehrerin Katrin Brümmer verweist auf die behindertengerechte Ausstattung. „So lässt es sich leicht arbeiten“, dankt sie der Gemeinde Plattenburg für das unkomplizierte Miteinander. „Durch dieses Engagement haben Schüler mit Förderbedarf in Glöwen immer eine Perspektive.“

Gegenwärtig ist die Schule noch auf Schülern aus anderen Einzugsgebieten angewiesen. Der stellvertretende Schulleiter Werner Krüger verweist auf die Probleme der kreislichen Schülerbeförderungssatzung. Es gäbe einige Interessenten, die gern in Glöwen die Oberschule besuchen würden. Doch laut Satzung werden nur die Fahrtkosten zu nächsterreichbaren weiterführenden Schule übernommen. Den Differenzbetrag müssen die Eltern übernehmen. „Hier muss die Politik schnell handeln“, sagt er. Gordon Hoffmann, der auch Vorsitzender des kreislichen Schulausschusses ist, will dies in der Augustsitzung thematisieren. Die zuständige Geschäftsbereichsleiterin Danuta Schönhardt sieht aktuell keinen Handlungsbedarf.

Eines wollen die Glöwener auf jeden Fall: Ministerin Britta Ernst soll nach Glöwen kommen, um sich persönlich einen Eindruck von der Oberschule mit Grundschulteil zu verschaffen.

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