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Internet-Anschluss : "Glasfaser 2020" gegen weiße Flecken

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Es gibt sie noch immer, die weißen Flecken in der Prignitz, was das schnelle Internet anbelangt. Zwar kann ein ganz Teil von Regionen jetzt über Funkverbindungen schneller im Internet surfen, doch die erweisen sich mitunter als nicht gerade stabil.

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erstellt am 17.Jul.2013 | 07:10 Uhr

Prignitz/Potsdam | Es gibt sie noch immer, die weißen Flecken in der Prignitz, was das schnelle Internet anbelangt. Zwar kann ein ganz Teil von Regionen jetzt über Funkverbindungen schneller im Internet surfen. Doch die erweisen sich mitunter als nicht gerade stabil. Und so wird die Frage wieder laut, wann es endlich eine flächendeckende Breitbandversorgung über Kabel gibt.

Eine Lösung könnte die neue Initiative des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums bringen mit dem stolzen Titel Glasfaser 2020. Bis Mitte 2015 soll demnach nämlich die Planungsregion Prignitz-Oberhavel eine glasfaserbasierte Breitband-Infrastruktur erhalten. Und zwar dort, wo es die erwähnten weißen Flecken gibt. "Damit wollen wir sicherzustellen, dass die zukünftigen Betreiber das Breitbandnetz auch in entlegenen Regionen wirtschaftlich agieren können", erklärte Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers.

Gefördert werden sollen die Verbindungen zu Orten, in denen die Übertragungsrate derzeit bei weniger als sechs Mbit/s liegt, wobei die Einwohnerzahl der jeweiligen Orte für die Umsetzung des Konzepts Glasfaser 2020 keine Rolle spiele. "Wir streben eine flächen deckende Versorgung Brandenburgs mit modernen Netzen über die bestehende Grundversorgung von 2 Mbit/s hinaus an", so Christoffers.

Nachdem die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission das Konzept der Landesregierung für die drei Planungsregionen - neben Prignitz-Oberhavel zählen dazu auch Uckermark-Barnim sowie Oderland-Spree - gebilligt habe, hat das Potsdamer Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten eine europaweite Ausschreibung für die erste Planungsregion Prignitz-Oberhavel gestartet. Dadurch soll ein Unternehmen ermittelt werden, das in der Lage ist, den Ausbau vorzunehmen. Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro stünden gegenwärtig zur Verfügung.

Wichtig für die betroffenen Kommunen dabei: Sie müssen sich nicht an der Finanzierung beteiligen, auch keine Anträge auf Fördermittel stellen, betont Christophers. Die Landkreise haben allerdings so genannte Breitbandverantwortliche zu benennen. Das ist in der Prignitz geschehen, wie Geschäftsbereichsleiterin Edelgard Schimko auf Nachfrage erklärt. Dieser Verantwortliche habe die Aufgabe, den Kontakt mit dem Unternehmen, das die Ausschreibung gewinnt, zu halten, wenn notwendig auch koordinierend einzugreifen, zudem kompetent Anfragen aus der Bevölkerung zu beantworten.

Aber noch ist es nicht soweit, die Ausschreibung endet erst Ende August. Erst dann könne geklärt werden, inwieweit Orte bzw. Regionen in das Projekt einbezogen werden, die derzeit schon per Funk versorgt werden. "Im Betreiberkonzept steht, wenn die Versorgungskapazität unter sechs Megabits liegt, werden diese Orte einbezogen", macht Steffen Streu, Sprecher des Potsdamer Wirtschaftsministeriums, deutlich. Sollte diese Bandbreite per Funkt nicht kontinuierlich erreicht werden, könnten diese Orte unter Umständen vom Programm profitieren, so Streu.

In den Gemeinden Berge und Pirow zum Beispiel, wo mehrere Orte derzeit über LTE versorgt werden- LTE steht für Long Term Evolution und ist ein Mobilfunkstandard, der mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde deutlich höhere Downloadraten erreichen kann - würde man sich über den Breitbandanschluss in jedem Fall freuen. In der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), wo ein privater Anbieter die Orte per Funk mit dem schnelleren Internet versorgt, gibt es immer wieder Probleme, was die Kapazität und vor allem die Verlässlichkeit dieser Versorgung anbelangt.

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