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Der Prignitzer

22. November 2017 | 03:11 Uhr

Gilde kämpft um Fördergelder

vom

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2013 | 06:26 Uhr

Wittenberge | Es ist eigentlich wie immer: Der Trainer bietet auch in den Ferien Übungseinheiten an und die jungen Aktiven der Wittenberger Schützengilde von 1582 folgen dem Ruf von Jörg Dittmann. Das ist auch gut so, denn die neue Richtlinie für Landesleistungs stützpunkte bereitet den so erfolgreichen Prignitzer Schützen Kummer. Verliert der Verein in der Parkstraße den Status Landesleistungsstützpunkt, fließen auch die Fördergelder nicht mehr so reichlich.

"Die neue Richtlinie besagt, dass du acht Landeskader in deinem Verein haben musst, um weiter ein Landesleistungsstützpunkt zu sein", erklärt Gilde-Trainer Jörg Dittmann. Das ist kein Problem für die beliebte Sportschule in Frankfurt/Oder, wo viele Schützen hindrängen. "Aber Cottbus ist wohl schon weg", berichtet Jörg Dittmann. Und der Landesleistungsstützpunkt Wittenberge? "Wir haben derzeit mit Clara Winkler, Johanna Bethke, Christian Buss und einem Bernauer Talent, das für uns antritt, vier Landeskader", antwortet er.

Das bedeutet, bis zum Stichtag für die neue Richtlinie am 30. Juni 2013 müssen noch vier weitere Gilde-Schützen den Sprung in den Landeskader schaffen. "Dazu müssen die Sportler bei bestimmten Ereignissen wie deutsche oder Landesmeisterschaften bestimmte Ergebnisse erreichen. Zum Beispiel zwei mal unter die besten Drei kommen", erklärt der Trainer die Kriterien. Um dann ernst hinzuzufügen: "Am Status Landesleistungsstützpunkt hängen eine Menge Fördergelder dran. Wenn die wegfällt, werden wir die Nachwuchsförderung in diesem Ausmaß auf Dauer nicht aufrecht erhalten können".

Der Nachwuchs trainiert unterdessen fleißig weiter. "So eine gute Beteiligung hatte wir in den Ferien noch nie. Ich habe alle da, die ich da haben wollte", deutet Jörg Dittmann ein konstruktives Training mit den neun Teilnehmern an. Einige von ihnen haben erst vor einem Jahr, beim letzten Training in den Ferien, richtig mit dem Schießen begonnen. Und haben noch Probleme. "Habt ihr mal überlegt, wie ihr da steht?", sagt er gleich zu zwei Schützen, die sich über ein schlechtes Trefferbild ärgern. Gehorsam geht der Blick nach unten. Auf die Fußstellung. Eine Korrektur und der nächste Schuss sitzt etwas besser.

Auch Conrad Winkler hat seine Fußstellung korrigiert und erlaubt sich nach einer Schussserie eine kurze Pause. Warum trainiert er in den Ferien? "Um mich zu verbessern", lautet seine Antwort. Und wie ist es mit all der Konzentration, die der Schüler für das Schießen aufwendet, gibt es einen Ausgleich? "Ich fahre gern mit dem Fahrrad durch den Park", erzählt Conrad Winkler. Wie schafft er es, bei einem Wettkampf über 75 Minuten konzentriert zu bleiben? "Das ist schon Übungssache. Und wenn es gut läuft, bis du auch schon früher als nach 75 Minuten fertig", sagt er.

Dann steht Conrad Winkler auf, reiht sich in die Gruppe der anderen ein und konzentriert sich wieder auf den nächsten Schuss. Eigentlich wie immer…

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