Gewerkschaft verschärft Angriffe auf Martina Münch

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25. Januar 2013, 10:45 Uhr

Potsdam | Die Lehrer-Gewerkschaften in Brandenburg haben zu erneuten Protestaktionen gegen die Bildungspolitik der Landesregierung aufgerufen. Außer in Personalversammlungen wollen die Pädagogen bei einer Demonstration am 6. März in Potsdam ihrem Ärger Luft machen. Unter der Überschrift "Kein Aussitzen der Probleme - Schluss mit der Arroganz der Macht" bekräftigte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gestern ihre Forderungen nach einer geringeren Arbeitsbelastung, höherer Bezahlung und mehr Geld für den Schulbereich. Es gehe darum, die Arbeitsbelastung der Lehrer zu senken. Das soll auch Thema der Tarifverhandlungen sein.

Seit acht Wochen ignoriere Bildungsministerin Martina Münch (SPD) die Anliegen von rund 11 000 Lehrern, beschwerte sich GEW-Vorsitzender Günther Fuchs. Offensichtlich habe die Regierung noch nicht den Ernst der Lage erkannt, so Fuchs. Eine Aufforderung der GEW Brandenburg und der Lehrerverbände im Beamtenbund (dbb) sei bis heute unbeantwortet geblieben. "Am Flughafen werden Unsummen versenkt, bei den Schulen soll es an 50 bis 60 Millionen Euro scheitern?", fragt der GEW-Chef.

Das Bildungsministerium hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie stand und stehe jederzeit für Gespräche bereit, betonte Ministerin Münch. "Mir ist durchaus bewusst, dass die Erwartungen an Schule in den vergangenen Jahren und damit die Belastung der Lehrkräfte insgesamt deutlich gestiegen sind." Sie wolle dazu beitragen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Laut Ministerium habe die GEW einen Gesprächstermin Anfang des Jahres nicht wahrgenommen und sei wochenlang telefonisch nicht erreichbar gewesen.

Bereits im vergangenen November hatten die Proteste tausender Lehrer im ganzen Land zu Unterrichtsausfall geführt, als sie Personalversammlungen abhielten. Die GEW verlangt bis zu 200 Millionen Euro mehr Geld pro Schuljahr für insgesamt 2700 neue Lehrer sowie eine größere Vertretungsreserve. Das Ministerium wies die Forderungen seinerzeit als nicht nachvollziehbar zurück.

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