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Straßenfest : Gewerbetreibende: Wilsnack lebt!

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Mit ihrem ersten Straßenfest am Samstag wollten die Organisatoren dafür ein deutliches Zeichen setzen

von
erstellt am 15.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Ein Schokobrunnen und Obst zum Dippen findet man im Floristikgeschäft von Karin Plagens normalerweise nicht. Am Samstag war alles etwas anders. Der kurstädtische Verein „Aktiv für Wilsnack“ hatte gemeinsam mit den Gewerbetreibenden der Stadt zum ersten Straßenfest eingeladen. „Die Geschäfte haben nicht nur geöffnet. Die Betreiber haben sich auch noch etwas Besonderes einfallen lassen“, sagt die Vereinsvorsitzende Tina Grajek. Sie hat sich als Optometristin vor einem Jahr selbst in der Großen Straße im Herzen der Kurstadt niedergelassen. Auf die Frage, ob es die richtige Entscheidung war, sagt sie: „Ja, ganz eindeutig Ja.“


Geschäftsleute geben sich so viel Mühe


Jüngster Neuzugang unter den Einzelhändlern in Bad Wilsnack ist der Laden von Karin Plagens und Angela Bruhn. Plagens Metier sind die Blumen. Ihr Freundin ist auf Kleidung spezialisiert. Auch Plagens sagte am Sonnabend, die Entscheidung für den Standort in der Großen Straße sei gut gewesen.

Insgesamt sechs Geschäfte haben innerhalb des letzten Jahres im Wilsnacker Zentrum neu eröffnet. „Mit unserem Straßenfest heute zeigen wir: Wilsnack lebt“, sagt Tina Grajek. Für den verregneten Auftakt konnte niemand etwas. Als die Feuchtigkeit von oben nachließ, füllte sich die Straße langsam, fanden sich vor dem Rathaus am Kuchenbüfett die ersten Kaffeetrinker ein.

Die von den Veranstaltern organisierte Kutsche wurde für kleine Rundfahrten gebucht. Auch die beiden Wilsnackerinnen Helga Hentschel und Petra Howe machten sich auf den Weg durch die Stadt. Sie freuen sich über das Straßenfest. „Die Geschäftsleute geben sich alle so viel Mühe. Das muss man hoch anerkennen. Hoffentlich halten sie alle durch“, sagen die beiden und votieren dafür, „dass man sein Geld möglichst in der eigenen Stadt ausgibt“. „Super, ganz super finde ich das hier heute“, sagt Sylvia Kopp. Sie steht mit Klein-Maximillian am Schokobrunnen bei Karin Plagens. Der Kleine darf mal naschen. Sylvia Kopp erklärt, weshalb sie dieses Straßenfest so gut findet: „Samstagnachmittag hat man mal Zeit, sich in Ruhe etwas anzuschauen, zu bummeln. Man trifft nette Leute, kann sich unterhalten ohne Zeitdruck.“

Nicht so beeindruckt sind Breeser und Wittenberger Familien, von dem, was Wilsnack mit diesem 1. Straßenfest zu bieten hat. „Es hat sich nicht gelohnt herzukommen“, sagt die eine Gruppe. Familie Granzow räumt ein, „dass sich alle viel Mühe gegeben haben“. Aber es sei eben doch recht wenig los.


Bürgermeister: Die Stadt hat Potenzial


Der kurstädtische Bürgermeister Dieter Spielmann ist optimistisch. „Bad Wilsnack hat Potenzial“, sagt er. Das zeige der Zuwachs an Geschäften in der letzten Zeit. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich habe in den vergangenen Jahren ,Aktiv für Wilsnack‘ als Abgeordneter begleitet und immer gesagt, die Gewerbetreibenden dürfen nicht warten, dass von außen etwas passiert, sondern müssen selbst aktiv werden.“ Genau das geschehe jetzt.

Verbunden haben die Gewerbetreibenden ihre Festivität am Nachmittag mit dem Erntefest, das Schüler, Lehrer und Hortner in Bad Wilsnack zum 40. Mal am Sonnabend feierten. Morgens zogen die Schüler im bunten Zug durch die Stadt. Dann ging es in den Stadtpark. Er ist seit jeher Feierort, hier stehen Stände mit Speis und Trank, Kuchen, Waffeln und weiteren Angeboten zur Aufbesserung der Klassenkassen.

Vor vier Jahrzehnten veranstaltete die Schule ihr erstes Schulgartenfest. „Und ich war dabei, kann mich noch gut erinnern“, sagt Heike Langenberg. Später ging ihr Sohn in die Wilsnacker Schule, die Tradition der Erntefeste lebte weite. „Ich habe von der 1. bis zur 10. Klasse die Erntefeste mitgemacht. Es war immer sehr schön. Vorher haben wir gebastelt und im Hort mit Frau Berger beispielsweise Holundersaft zum Verkaufen gemacht“, erinnert sich Andrea Dankert. Am Sonnabend stand die junge Frau in Bad Wilsnack an der Straße, wartete auf den Umzug, denn jetzt ist ihr achtjähriger Sohn Levi als Schüler dabei.

Allerdings ist der Umzug heutigentags kleiner als vor 40 Jahren, Wilsnack hat keine weiterführende Schule mehr.


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