Perlebergs Bäume unter der Lupe : Gesundheitschek des Stadtgrüns

Eingeschränkte Vitalität zeigen die Linden im Wandrahmen. Die Krone ist nicht mehr arttypisch ausgeprägt. Die Verkehrssicherheit muss jedes Jahr hergestellt werden, weil sich im oberen Kronenbereich Totholz bildet.  Fotos: Umweltamt
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Eingeschränkte Vitalität zeigen die Linden im Wandrahmen. Die Krone ist nicht mehr arttypisch ausgeprägt. Die Verkehrssicherheit muss jedes Jahr hergestellt werden, weil sich im oberen Kronenbereich Totholz bildet. Fotos: Umweltamt

Jährlich begutachtet Umweltamt rund 6000 Stadtbäume und listet für hölzernen Patienten notwendige Maßnahmen auf

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18. August 2016, 05:00 Uhr

An die 6000 Bäume hat die Stadt plus diverse Baum- und Strauchgruppen. Sie alle wollen gehegt und gepflegt werden. Und dazu gehört auch die jährliche Begutachtung. Einem Doktor gleich nimmt Antje Hartwig vom Umweltamt der Stadt alle hölzernen Patienten sprichwörtlich unter die Lupe. Wie sieht der Wurzelbereich aus, gibt es Schäden am Stammfuß beispielsweise durch Pilzbefall, Schädlinge oder Kollision. Stamm, Krone – kurzum der gesamte Baum wird akribisch in Augenschein genommen und eine Art Anamnesebogen erstellt. Während der Doktor daraus auch gleich die Behandlung ableitet, listet die Umweltfachfrau die notwendigen Maßnahmen auf, wie Licht- oder Totholzraumschnitt, Kronenpflege und bei Akutpatienten besondere Sicherungsmaßnahmen. Denn an erster Stelle steht, das Grün der Stadt so lange wie möglich zu erhalten. Erst wenn nichts mehr hilft, die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist, dann kommt die Säge zum Einsatz.

Linden sind das Zeichen der Rolandstadt und die meisten haben inzwischen ein Alter von 80 bis 100 Jahren erreicht, ist von Antje Hartwig zu erfahren. Der Standort Straße tue sein übriges. So haben etliche der hölzernen Riesen derweil arge Probleme vor allem in den Kronen, was zumeist nur sichtbar werde, wenn man diese gezielt und aus der Nähe betrachte. Das beste Beispiel sind die Bäume am Grahlplatz. „Trotz jährlicher Maßnahmen änderte sich nichts zum Positiven“, berichtet die Umweltfachfrau, die mittels Hebebühne selbst jeden Baum bis in die Krone in Augenschein genommen habe. Im Zuge des Straßenbaus wurden bzw. werden die Linden hier nun abgenommen und durch neue ersetzt.

Weitere Problempatienten sind die zwei Bäume auf dem Museumshof. „Bei derartigen Fällen schaue ich sogar einmal öfter hin, überprüfe, ob der Baum sich in seiner Struktur weiter zum Negativen hin verändert hat. Denn die Verkehrssicherheit muss in jedem Fall gewährleistet sein.“ Ähnlich sieht es mit den Bäumen am Wandrahmen aus. „Vitale Kronen schauen anders aus.“

Wenn dann doch nur die Säge bleibt, wird umgehend für Ersatz gesorgt, wenn auch nicht immer am gleichen Standort. Und da setzt die Stadt auf ihr grünes Wahrzeichen – die Linde. „Dabei greifen wir bewusst auf Sorten zurück, die nicht so viel Honigtau absondern“, fügt Antje Hartwig an.

Positiv lasse sich vermelden, dass es in diesem Jahr nicht so große witterungsbedingte Schäden an den Bäumen trotz der Trockenheit gerade im Frühsommer gebe, betont die Fachfrau. Systematisch gehen auch die Ersatzpflanzungen, die insbesondere im Außenbereich erfolgen, weiter. Ein Schwerpunkt ist die Reetzer Chaussee. 20 bis 30 Bäume werden hier jährlich in drei Etappen gepflanzt. Rund 85 Linden stehen bereits und sind gut angewachsen. Probleme machte hier allerdings die Lindenblattwespe.

Zwischen 7000 bis 15 000 Euro investiert die Stadt jährlich in die Anpflanzung neuer Bäume und deren dreijährige Pflege.

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