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grüne Lunge : Gesundheitscheck fürs Stadtgrün

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jährlich begutachtet das Umweltamt rund 6000 Stadtbäume und listet für die hölzernen Patienten notwendige Maßnahmen auf

von
erstellt am 27.Aug.2017 | 12:00 Uhr

An die 6000 Bäume hat die Stadt plus diverse Baum- und Strauchgruppen. Sie alle wollen gehegt und gepflegt werden. Und dazu gehört auch die jährliche Begutachtung. Einem Doktor gleich nimmt Antje Hartwig vom Umweltamt der Stadt alle hölzernen Patienten sprichwörtlich unter die Lupe. Wie sieht der Wurzelbereich aus, gibt es Schäden am Stammfuß beispielsweise durch Pilzbefall, Schädlinge oder Kollision? Stamm, Krone – kurzum der gesamte Baum wird akribisch in Augenschein genommen.

„Ein Baum verliert nicht von heut’ auf morgen seine Vitalität. Zeigt er aber derartige Symptome, dann muss er beobachtet werden“, erläutert die Fachfrau. Insgesamt zeigt sich Antje Hartwig aber zufrieden mit dem, was sich ihrem Auge bietet.

Der Regen ist auch bei den Bäumen ein Thema, ergänzt Hartwig. Die meisten können gut mit dem üppigen Nass leben. Sichtbares Zeichen ist das noch frisch aussehende Grün und das Mitte August. Insbesondere die Linden lieben offensichtlich die relativ hohe Luftfeuchte. Und leider auch etliche Schadenserreger wie die Blattbräune. Ein Pilz ist hier der Verursacher, und er bevorzugt unter anderem Rotdornbäume, wie sie in Sükow zu finden sind. Wo andere Bäume noch in vollem Grün stehen, verlieren mit Blattbraun befallene schon zeitig ihre Blätter. Besorgnis erregend sei das aber nur, wenn mehrere Jahre hinter einander der Baum einen derartigen Befall ertragen müsse. „Das vergangene Jahr war relativ trocken. Das mag der Rotdorn. Bäume sind eben auch wetterfühlig“, so die Fachfrau schmunzelnd.

Neben der Blattbräune tritt auch der Mehltau bei feuchtem Wetter verstärkt auf. Der Sternrusstau macht den Rosen zu schaffen, der Mehltau unter anderem auch den Eichen. Ist der erste Austrieb ein Opfer des Eichenprozessionsspinners geworden und der zweite, man nennt ihn Johannistrieb, vom Mehltau befallen, dann hat der Baum schon zu kämpfen. Mehrere Jahre hintereinander geht das an seine Vitalität.

Auch wenn er immer noch vereinzelt an Bäumen zu finden ist, wie im Bereich Quitzow und Dergenthin, so ist der Eichenprozessionsspinner nicht mehr das große Problem. Dennoch behalte man die Raupen weiterhin im Auge, so Antje Hartwig. Mehr Probleme bereite derzeit die Lindenblattwespe, ebenfalls eine Raupe. Ihr schreibt man den sogenannten typischen Fensterfraß zu. Der Baum macht einen vertrockneten Eindruck, der aber täuscht. Insbesondere die jungen Linden an der Reetzer Chaussee sind von dem Schädling befallen. „Da es aber eine Neuanpflanzung und somit noch in der Pflege ist, dürfen die Bäume behandelt werden. Später verbietet das das Gesetz zum Pflanzenschutz. In der Wollweberstraße ist der Erlenblattkäfer zugange. Die Larven verursachen den sogenannten Loch- und Skelettierfraß. Auch diese Erlen sind nicht vertrocknet und dürften im nächsten Jahr wieder austreiben, gibt sich Antje Hartwig optimistisch.

Hinsichtlich des Jungbestandes sei sie recht zufrieden. Sie verweist auf die Bäume am Tierpark oder jene auf dem Friedhof in Groß Linde. Hier habe man dem Wunsch der Einwohner entsprochen und besagte, vor allem Solitärbäume gepflanzt. In Lübzow sind es vor allem Wildobstbäume, die ebenfalls auf Wunsch der Bewohner hier ihren Platz erhielten.

Als nächstes wolle man sich Düpow ansehen, stellt Antje Hartwig in Aussicht. Unabhängig davon stehe die Stadt jeder Anregung bzw. Idee hinsichtlich Neupflanzung offen gegenüber. „Wenn nicht Leitungen oder ein geplanter Straßenbau dagegen sprechen, versuchen wir zu machen, was machbar ist.“

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