Sauberes Badewasser : Gesundheitsamt beäugt Gewässer

Petra Prokop ist Gesundheitsaufseherin beim Landkreis. Zusammen mit weiteren Kollegen entnimmt sie an den Badestellen der Prignitz Wasserproben, um die Wasserqualität zu überprüfen. Fotos: Sophie Stange
Petra Prokop ist Gesundheitsaufseherin beim Landkreis. Zusammen mit weiteren Kollegen entnimmt sie an den Badestellen der Prignitz Wasserproben, um die Wasserqualität zu überprüfen. Fotos: Sophie Stange

Ob die Wasserqualität der Badestellen im Kreis in Ordnung sind oder sich dort Bakterien tummeln, wird mit Hilfe von Proben im Labor überprüft

svz.de von
02. September 2015, 22:00 Uhr

Mit hochgekrempelten Hosenbeinen und einem Thermometer in der rechten Hand geht Petra Prokop bis zu den Knien hinein in den Wittenberger Friedensteich. „23,7 Grad Celsius“, sagt die Gesundheitsaufseherin vom Landkreis.

Doch die Wassertemperatur sei dabei nicht primär entscheidend für den Wohlfühlfaktor der Badegäste, sondern sie spiele viel mehr für eine mögliche Keimvermehrung eine Rolle. Und bei Keimen und Bakterien wird das Gesundheitsamt hellhörig, schließlich geht es hier um die Sicherheit der Badegäste. Um diese zu gewährleisten, werden die acht Badegewässer und vier Beckenfreibäder in der Prignitz in einem vierwöchigem Rhythmus noch bis zum 15. September von den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes überprüft.

„Der Prignitzer“ schaute der Gesundheitsaufseherin im August bei der Kontrolle des Wittenberger Friedensteiches über die Schulter. Als Petra Prokop aus dem Wasser kommt, trägt sie die Temperatur in das Probenahmeprotokoll für eine Oberflächenwasserprobe ein. „Vor Ort wird außerdem noch der ph-Wert des Wassers gemessen“, sagt sie und begibt sich wieder in den Badeteich, um eine kleine Wasserprobe zu holen.

Zehn Milliliter vom Badewasser werden mit Hilfe einer Spritze in eine Küvette gefüllt. Dann wird eine Tablette dazugegeben. Das bläulich-schimmernde Wasser färbt sich in ein grelles Pink. Im Anschluss daran säubert Petra Prokop von außen die Küvette und stellt sie in das Messgerät, das sie zuvor kalibriert hat. „Der ph-Wert beträgt 7,48 und liegt damit im vorgegebenen Grenzbereich von 6,5 und 9,5“, stellt Prokop fest.

Mit dem ph-Wert werde überprüft, ob das Wasser im sauren oder basischen Bereich liege. Ein Mittelwert werde angestrebt, sagt die Gesundheitsaufseherin. „Bei diesem Wert spielen mehrere Faktoren eine Rolle. So sind beispielsweise Temperatur und Sonneneinstrahlung entscheidend.“ Dadurch können in einem Gewässer unterschiedliche ph-Werte ermittelt werden, je nachdem, ob am Ufer des Sees oder im tieferen Bereich gemessen wird.

Dann holt Petra Prokop ein steriles Glas aus ihrem kleinen Koffer heraus und befestigt es an einer Zange. Anschließend geht sie wieder in den Nichtschwimmerbereich und schöpft Wasser in das kleine Gefäß. Das Glas verschließt sie fest und stellt es in den Koffer zu den Proben von den anderen Badegewässern.

Nach der Begehung der Badestellen werden alle Proben im Labor auf Bakterien – genauer nach „Intestinalen Enterokokken und Escherichia coli“ – überprüft. Magen und Darmerkrankungen könnten dadurch ausgelöst werden. 48 Stunden dauert es, bis die Ergebnisse vorliegen werden, erzählt sie.

„Wenn wir etwas zu beanstanden haben, dann wird es dem Betreiber der Badestelle sofort mitgeteilt“, sagt Prokop, die seit 32 Jahren im Dienst ist. Zudem werde vor Saisonbeginn unter anderem die sanitären Einrichtungen, Unterkünfte, die Strandbeschaffenheit sowie die Spielstätten überprüft. Erst dann darf auch gebadet bzw. weiter gebadet werden, sagt sie und führt fort: „In diesem Sommer sind bisher alle Gewässer, die wir überprüft haben, in Ordnung gewesen.“

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