Netzwerk Gesunde Kinder : Gesucht: Paten mit Zeit und Herz

Wollen Prignitzer Familien gerne helfen: Koordinatorin Yvonne Maltz (r.) und Projektleiterin Birgit Schewe.
Wollen Prignitzer Familien gerne helfen: Koordinatorin Yvonne Maltz (r.) und Projektleiterin Birgit Schewe.

Netzwerk Gesunde Kinder geht an den Start. Familien können mit Beginn der Schwangerschaft Hilfen in Anspruch nehmen

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30. November 2017, 21:00 Uhr

Gesunde Kinder sind das Ziel. Was selbstverständlich klingt, ist längst nicht in allen Familien selbstverständlich. Manche sind überfordert, andere wissen nicht, welche Hilfen es gibt. Hier setzt das neu gegründete Netzwerk gesunde Kinder an. In Trägerschaft des Kreiskrankenhauses Prignitz möchte die Koordinatorin Yvonne Maltz die Hilfen verknüpfen.

Die gelernte Kinderkrankenschwester kann auf Erfolge des Netzwerkes in Brandenburg verweisen: „4500 Familien und 10 000 Kinder haben es bisher genutzt“, sagte sie bei dem Pressegespräch am Donnerstag. Unterstützt wird das Netzwerk von Paten, landesweit sind es 1200. Das sieht Yvonne Maltz als die wichtigste Aufgabe in den kommenden Monaten an: „Wir möchten Paten gewinnen.“

Eine spezielle Ausbildung müssten diese nicht haben. „Viel wichtiger sind Zeit und ein großes Herz“, meint Projektleiterin Birgit Schewe. Grundlegendes Wissen werde in einem 30-stündigen Lehrgang vermittelt. Dabei geht es um Themen wie Gesundheitsförderung, Umgang mit Kleinstkindern oder Frühchen – Themen, die in der Arbeit mit den Familien wichtig seien. „Hinweise zum Impfschutz, vielleicht ein gemeinsamer Arztbesuch, Tipps für das richtige Zähneputzen“, nannte Yvonne Maltz Beispiele, die sie aus eigener Erfahrung kennt, denn sie habe bereits mehrere Jahre als Patin gearbeitet. Generell liegt die Umsetzung im Ermessen der Familien, ein Haftungsanspruch gegenüber den Paten bestehe nicht.

Niemand müsse vor dieser Aufgabe Angst haben, beugt sie Befürchtungen vor. „Wir fungieren ja auch als Vermittler, arbeiten mit Partnern zusammen“, so Maltz. Das bedeutet, das Netzwerk verweise auf Beratungsangebot von pro Familia oder Hilfen des Landkreises. In Fragen der Ernährung könnten die Spezialisten des Krankenhauses helfen. Überhaupt gebe es mit der Klinik als Träger eine Vielzahl an Schnittmengen.

Das beginne mit der Geburten- und Kinderstation, sagte Geschäftsführer Karsten Krüger. Bei Auffälligkeiten könnten die Mitarbeiter Hinweise an das Netzwerk geben oder umgekehrt, Patienten auf die Angebote aufmerksam machen. Die im Haus arbeitenden ausländischen Ärzte würden auch bei Sprachschwierigkeiten mit Flüchtlingen helfen.

Yvonne Maltz betonte, dass die Hilfen und deren Annahme ausschließlich freiwillig erfolgen. Das sei auch für die Paten wichtig: „Wenn wir sie in eine Familie schicken, sind sie dort erwünscht und willkommen.“ Der zeitliche Aufwand sei überschaubar. Bis zu zehn Besuche in drei Jahren sind vorgesehen. Ein Pate könne zeitgleich bis zu drei Familien betreuen, manche Paten seien berufstätig. „Andere sind Rentner oder haben erwachsene Kinder und wollen ihre Erfahrung gerne weiter geben“, ergänzte Birgit Schewe. Paten müssen ein Führungszeugnis vorlegen, erhalten eine Aufwandsentschädigung und werden über das Krankenhaus versichert.

Das Netzwerk hat seinen Sitz im Gesundheitszentrum in Wittenberge, Perleberger Straße. Hier gibt es auch einen Beratungsraum. Bei Bedarf seien perspektivisch Sprechstunden im Kreiskrankenhaus möglich, informierte Karsten Krüger. Gefördert wird das Netzwerk durch das Ministerium für Bildung und Jugend. Im April gestartet, stehen in diesem Jahr 33 000 Euro Fördermittel zur Verfügung. 20 Prozent der Kosten trägt der Träger. „Wir verstehen das als soziales Engagement“, sagte Karsten Krüger.

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