Geselliges Saunieren im Dom

<strong>Das rote Band </strong>ist zerschnitten, der Weg in den Dom von Bad Wilsnack frei.
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Das rote Band ist zerschnitten, der Weg in den Dom von Bad Wilsnack frei.

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29. März 2013, 06:39 Uhr

Bad Wilsnack | Schwitzen mit Blick durch das zehn Meter große Panoramafenster auf den Sonnenuntergang in der Elbtalaue, inmitten von bis zu 200 Gleichgesinnten: Seit gestern ist das in der Wilsnacker Therme möglich. Standesgemäß mit vom Saunameister zelebrierten Salz-Aufguss wurde die neue Mega-Sauna in Betrieb genommen. Auf den 92 laufenden Metern Bank bei 85 Grad Celsius dicht an dicht die Anbeter der Spezialaufgüsse. Vier mit Salzsteinen, die Entspannung und Lebensfreunde verheißen, gefasste Saunaöfen heizen ordentlich ein, so dass es auf den Bänken aus allen Poren trieft. Für Abkühlung sorgen im Zugang zur Mega-Sauna acht Duschen - wintertauglich, da von unten beheizt.

Rund 300 000 Euro investiert die Kristallbäder AG aus eigenen Mitteln in die Erweiterung, die nun ein geselliges Saunieren auf 130 Quadratmetern ermöglicht. Der Bedarf für ein größeres Saunahaus, das mehr als das Doppelte der alten Salzsauna fasst, habe sich aus der Beliebtheit der Spezialaufgüsse ergeben. Der Andrang sei mitunter so stark gewesen, dass viele Gäste gar nicht mehr hineingepasst hätten bzw. zwei Aufgüsse gemacht werden mussten, berichtet die junge Betriebsleiterin Nicole Schlegel.

Binnen von nur fünf Wochen Bauzeit entstand das neue Kleinod der Wilsnacker Therme, erbaut, wie die anderen auch, aus altem Holz. Drei Sennhütten aus dem Bergen Österreichs wurden hier im Prignitzer Flachland zu einer Mega-Sauna zusammengesetzt. "Das Dach ist neu, doch die Fassade ist original", erläutert Nicole Schlegel. Eine Glocke ruft sechsmal am Tag nun zum Aufguss in den Dom. Denn für diesen Namen stimmte die Mehrheit der Besucher der Therme bzw. auf deren Internet-Seite. "Und somit hat die Kurstadt jetzt nicht nur eine Wunderblutkirche, sondern auch einen Dom", bemerkt scherzhaft Anneliese Schuster, die es regelmäßig aus dem Mecklenburgischen nach Bad Wilsnack zieht.

Pro Tag halten sich im Jahresschnitt rund 800 Gäste im Saunabereich auf, zirka 1800 im Badbereich der Therme, zu dem auch der Salzsee gehört. Dass sich hier einst so viele Saunagänger tummeln und es selbst im größten Haus, in der Salzsauna, mit 80 Plätzen extrem eng werden könnte, daran hatte zur Eröffnung der Therme so mancher seine Zweifel, gesteht auch Bad Wilsnacks Bürgermeister Dietrich Gappa. Ihm übergab die "Frühlingsgärtnerin der Therme" gestern eine ganze Schubkarrenladung Blumensamen - 100 000 für die Blumenwiesen in der Stadt. Da muss es doch endlich Frühling werden, klangt es im Chor, bevor das symbolische rote Band zerschnitten und der Weg in die neue Sauna damit freigegeben war.

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