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Kreiskrankenhaus Perleberg : Geriatrie läuft gut und wächst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Maximal mögliche Bettenzahl von 28 soll im zweiten Halbjahr ausgeschöpft werden / Ärzte- und Pflegeteam forciert soziale Kontakte für Patienten

von
erstellt am 06.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Nach nur rund einem Jahr soll die im August 2015 im Kreiskrankenhaus Prignitz eröffnete Klinik für Geriatrie erweitert werden. „Der Bedarf ist groß“, sagt Chefärztin Dr. Britta Fürstenau. Für bis zu 28 Betten ist die Fachabteilung kapazitätsmäßig konzipiert. „Diese Anzahl werden wir dann ausschöpfen“, blickt die Medizinerin voraus. Die Erweiterung soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

Das Team in der Geriatrie – drei Fachärzte, 15 Pflegekräfte. Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden, weitere Fachleute, außerdem zwei Helfer im Bundesfreiwilligendienst – versorgen derzeit die Patienten ab einem Alter von etwa 70 Jahren und Fälle, bei denen zeitgleich mehrere Erkrankungen vorliegen. Die durchschnittliche Dauer solch einer geriatrischen Komplexbehandlung liegt bei zwei bis drei Wochen.

Neben der akutmedizinischen Versorgung laufen Reha-Maßnahmen und eine therapeutisch-aktivierende Pflege. Aufgrund dessen steht in der Geriatrie prozentual mehr Personal zur Verfügung als in anderen Klinikbereichen. „Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten“, so Pressesprecherin Jacqueline Braun. Die Senioren sollen dazu befähigt werden, sich möglichst selbstständig zu waschen und sich anzukleiden. Sie sollen mobiler werden und im Idealfall gelinge es, eine Rückkehr in die eigene Häuslichkeit zu ermöglichen.

Von Beginn an legte Britta Fürstenau Wert auf die Zusammenarbeit mit den Tagespflegeeinrichtungen in der Region. Auch soziale und gesellschaftliche Kontakte für ihre „Schützlinge“ sind der Ärztin wichtig. Von Kindern gestaltete Kulturprogramme zum Beispiel gehören zu den Offerten und bringen beiden Seiten etwas. Die jungen Künstler freuen sich über kleine Aufmerksamkeiten – den Patienten gehe das Herz auf, wenn solche Aktivitäten laufen, so die Ärztin, die zugleich betont, dass all diese Initiativen von der Geschäftsleitung des Hauses stark unterstützt werden. So auch die aktuelle Aktion, die gemeinsam mit dem Kunstkurs von Eyk Mencke, Oberschule Wittenberge (10. Klasse), läuft. 15 Schülerinnen gestalten den Aufenthalts- und Essensbereich mit Wandmosaiken. Die Fliesen dafür stellen sie selbst her. Die Gestaltungsarbeiten erstrecken sich über mehrere Wochen – bewusster Nebeneffekt: Die jungen Leute kommen in diesem Zeitraum mit Patienten und Klinikmitarbeitern ins Gespräch, knüpfen Kontakte. Auch in diesem Fall gibt es wieder mehrere „Gewinner“: die Senioren, das Kreiskrankenhaus, das über diese Schiene Nachwuchswerbung betreibt, sowie Schülerinnen, die sich für den Pflegeberuf interessieren und so auf ungewöhnliche Weise hineinschnuppern können. Diesem ersten größeren Kunstprojekt in der Geriatrie folgt übrigens demnächst ein weiteres. Eine Schülerin des Kunstkurses am Goethe-Gymnasium Pritzwalk malt Bilder für den Gang in der Geriatrie-Abteilung. „Schließlich soll es bei uns nicht aussehen wie in einem Krankenhaus“, sagt Britta Fürstenau schmunzelnd.  

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