Wittenberger plädieren für Veränderung : Geplanter Weg, den niemand will

img_9533

Packhof-Bewohner plädieren für ersatzlose Streichung aus dem B-Plan.

23-11368044_23-66107913_1416392308.JPG von
01. Februar 2018, 11:00 Uhr

„Wir möchten, dass der Bebauungsplan 22 für das Packhof-Viertel geändert wird“, sagen Dieter Hacker und Sebastian Schwesig. Konkret geht es um einen im B-Plan vorgesehenen Rad- und Fußweg zwischen Packhof-, Müller- und Friedrichstraße quer über die grüne Wiese, die auf einer Brache nach umfangreichen Häuserabrissen vor Jahren entstand. Hacker und Schwesig betonen, als sie ihr Anliegen in dieser Woche im Bauausschuss vorstellen und auch gegenüber dem „Prignitzer“, „dass unser Begehren, den Weg ersatzlos aus dem Plan zu streichen, wirklich ausnahmslos von allen Anwohnern bzw. Grundstückseigentümern des betroffenen Gebietes in gemeinsamer Absprache getragen wird“.

Der Bebauungsplan, der geändert werden müsste, ist schon vor gut acht Jahren aufgestellt und von den Stadtverordneten beschlossen worden. Die damaligen Planer haben einen Y-förmigen Weg vorgesehen, der in der Packhofstraße zwischen Berg- und Bäckerstraße beginnt, sich mitten auf der Wiese zu einer Art Quartierpark erweitert, um sich dann in zwei Arme zu verzweigen die zwischen Grundstücken in der Müller- bzw. Friedrichstraße münden.

„Argumente, die für die öffentliche Durchwegung des Wohngebietes sprechen“, konnten von niemandem der Anwohner gefunden werden, sagen Hacker und Schwesig, als sie die Mitglieder im Bauausschuss über ihr Anliegen informieren. Gründe, die gegen den Neubau dieses öffentlichen Weges sprechen, gibt es aus Sicht der Leute im Quartier aber eine ganze Reihe.

Die Bewohner führen für ihr Begehren sowohl persönliche wie auch städtebauliche Aspekte ins Feld. Denn schließlich, so argumentieren sie, wäre es ja wohl verkehrstechnisch eher ein „Schildbürgerstreich“, wenn parallel, „ohne jegliche Fortführung an bestehende Wege, in geringem Abstand zu den stark sanierungsbedürftigen Gehwegen in Berg- und Bäckerstraße“ neue Wegungen angelegt werden.

Der andere Aspekt: Mit dem geplanten Rad- und Fußweg wäre der Schutz der „Privatsphäre nicht mehr gewährleistet“. Alle Grundstücke wären dann nicht mehr nur von vorn, sondern auch an den hinteren Grenzen einsehbar.

Und einen dritten wichtigen Aspekt führen die Betroffenen an und beziehen sich damit auf aktuelle Pläne von Kommune und WGW. Die grüne Wiese wird nicht auf Dauer eine grünen Wiese bleiben. Die Grundstücke stehen zur Wiederbebauung zum Verkauf. „Damit hat sich die Situation im Vergleich zu 2009 komplett verändert“, so Schwesig und Hacker.

Den Zeitpunkt, mit ihrem Begehren an die Abgeordneten und an die Öffentlichkeit zu treten, haben die Betroffenen bewusst gewählt. Denn die Kommune lässt derzeit für das Packhof-Viertel einen Rahmenplan erarbeiten, wie der Bauausschussvorsitzende Marcel Elverich (SPD) sagt. Bürger sind einbezogen, sagen, wie sie sich leben und wohnen in ihrem Quartier vorstellen. Auch das Anliegen, den ursprünglich geplanten Weg nicht zu bauen, reiht sich da ein. Hacker, Schwesig und Co. stoßen bei den Stadtverordneten und Bauamtsleiter Martin Hahn auf Verständnis. Fakt ist aber auch, „dass der B-Plan 22 rechtskräftig ist“, sagt Martin Hahn. Eine mögliche B-Planänderung will er nicht ausschließen, verweist auf die aktuellen Rahmenplanungen, „bei denen dieses Gebiet auch ein Thema ist“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen