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KZ Sachsenhausen: Übergabe neugestalteter Freiflächen : Geometrie des Grauens

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Für Besucher der Gedenkstätte Sachsenhausen sind die Standorte der einstigen Häftlingsbaracken des früheren KZ wieder sichtbar. Gestern wurden die neu gestalteten Freiflächen übergeben.

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erstellt am 20.Apr.2012 | 07:10 Uhr

Oranienburg | Für Besucher der Gedenkstätte Sachsenhausen sind die Standorte der einstigen Häftlingsbaracken des früheren KZ wieder sichtbar. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, Roger Bordage, übergaben gestern die neu gestalteten Freiflächen.

In 15-monatiger Bauzeit waren im ehemaligen Häftlingslager die Orte von 68 Baracken im Boden markiert worden. Der Kulturstaatsminister hatte die Umgestaltung der Freifläche mit knapp drei Millionen Euro finanziert.

Die historischen Dimensionen und Strukturen des einstigen Häftlingslagers seien wieder erkennbar, sagte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch, vor den über 150 Gästen, darunter zahlreichen Überlebenden. Die von der SS geplante "Geometrie des totalen Terrors" werde sichtbar.

Die Besucher der Gedenkstätte erhielten nun einen Eindruck, wie sich die mörderische Ideologie des nationalsozialistischen Regimes bis hinein in die Gestaltung eines solchen Schreckensortes niederschlug, sagte Neumann. Mit der Neugestaltung werde die am Reißbrett entstandene, totalitäre Architektur des Lagers, ihre Unmenschlichkeit und Brutalität sichtbar gemacht. Wichtig sei, jungen Menschen begreiflich zu machen, welche Folgen Verblendung, Hass und Intoleranz haben und wie wichtig Zivilcourage und Mut sind.

Mit der Markierung der Baracken standorte gelinge es, die damaligen Empfindungen und Gefühle der Häftlinge an die kommenden Generationen weiterzugeben, sagte Bordage, der im Mai 1943 ins KZ Sachsenhausen verschleppt worden war. Er habe damals die schreckenerregende Macht gespürt, die vom Turm A am Häftlingslager ausging, die alles beherrscht, kontrolliert und beobachtet habe.

Mit der Übergabe der Freiflächen im ehemaligen Häftlingslager wurde ein Konzept zur Neugestaltung der Gedenkstätte Sachsenhausen abgeschlossen. In den Jahren 2000 bis 2007 waren bereits der Eingangsbereich, das Besucherinformationszentrum sowie der Gedenkort "Station Z" neu gestaltet worden.

Morgen wird in der Gedenkstätte mit einer zentralen Veranstaltung und einer Kranzniederlegung am Gedenkort "Station Z" an die Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen vor 67 Jahren erinnert. In Sachsenhausen waren von 1936 bis 1945 über 200 000 Menschen inhaftiert. Zehntausende Häftlinge wurden ermordet oder starben an Hunger und Krankheiten.

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