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Der Prignitzer

20. November 2017 | 09:04 Uhr

Geniales Lösungsmittel entwickelt

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erstellt am 22.Feb.2013 | 07:40 Uhr

Wittenberge | Florian Kias, sein Bruder Karl-Ohle und Christin Lucksnat haben es geschafft: Die Schüler aus dem Jahrgang 11 am Marie-Curie-Gymnasium haben gemeinsam mit ihrer Projektleiterin, der Chemiefachlehrerin Bärbel Henning, ein Lösungsmittel entwickelt, das auf der Basis von Fetten und Emulgatoren (Stoffe, die nicht miteinander mischbare Komponenten in eine beständige Emulsion bringen) funktioniert. Das Geniale an diesem Mittel: Es löst Nagellack beispielsweise ebenso wie Graffitischmierereien, also Farben und Lacke fast jeder Art. "Wir haben es an der Elbbrücke ausprobiert. Es hat funktioniert", erzählen die jungen Leute. Christin Lucksnat kann auch aus eigener Anwendung ergänzen, dass sich Nagellack nicht nur gut löst. "Das Mittel schont auch die Nägel." Die gute Umweltverträglichkeit und Reizarmut sind Eigenschaften, mit denen das Lösungsmittel aus Wittenberge auf jeden Fall auch punkten kann.

Am Montag dürfen die Wittenberger Gymnasiasten ihr Projekt einer Jury an der TU Berlin vorstellen. Die jungen Leute aus der Wittenberger Bildungseinrichtung gehören nämlich zu den bundesweit 15 Gruppen, die sich gegen knapp 150 andere Projektentwickler durchsetzten und damit am Vorausscheid des Siemens-Schülerwettbewerbs teilnehmen.

Es ist bereits das vierte Mal, dass sich Wittenberger Gymnasiasten mit einer solchen Leistung beim Wettbewerb hervortun. Florian Kias, Karl-Ohle Kias und Christin Lucksnat hoffen nun, dass sie es wie ihre Vorgänger aus dem Marie-Curie-Gymnasium in den Endausscheid nach München schaffen. Aber schon die Tatsache, dass die Elbestädter es in den Vorentscheid geschafft haben, ist nicht nur ein super Erfolg, sondern zeugt nach den Worten von Schulleiter Andreas Giske "von der Kontinuität, der Zielstrebigkeit und Langfristigkeit bei uns in der Ausbildung". Giske und Bärbel Henning verweisen auf die Netzwerke und Strukturen, die eine derartig erfolgreiche Wissenschaftsarbeit über Jahre erst möglich macht. Von einem der Partner, nämlich der Prignitzer Chemie, kam auch die Anregung für die drei jungen Leute, sich mit Lösungsmitteln zu befassen. Das war vor gut einem Jahr. Die Gymnasiasten waren in der 10. Klasse. "Aus dem Betrieb kam die Idee, man könnte doch mal untersuchen, ob sich Farbpinsel auch auf fettbasierten Lösungsmitteln reinigen lassen", erinnern sich die Schüler und können auf diese Frage heute mit einem eindeutigen Ja antworten. Und nicht nur das, wie Christin Lucksnat an einem mit Farbe beschmierten Verkehrsschild demonstriert. Ein mit dem von den Gymnasiasten entwickelten Lösungsmittel getränkter Schwamm wirkt Wunder. Dieses Wunder wollen die Schüler Montag der Jury präsentieren.

Teilnehmen werden die jungen Leute mit ihrer Entwicklung auch am Wettbewerb "Jugend forscht". Der Regionalwettbewerb für Brandenburg (West) findet am 7. März statt. Mit Hannes Paasch wird ein weiterer Gymnasiast sich an diesem Regionalwettstreit beteiligen. Der heutige Schüler aus dem 10. Jahrgang hat an der Seite des Entomologen (Insektenkundler) Dieter Tesch aus Hinzdorf in Mittelamerika an einem Expeditionsaufenthalt teilgenommen, befasst sich seit vielen Jahren mit der Erkundung von Schmetterlingen. Das ist Gegenstand seiner Facharbeit, mit der er, betreut von Fachlehrerin Karin Kreißl, bei "Jugend forsch" antritt.

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