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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 04:57 Uhr

Projektstart : Gemeinsame Zukunftsvision

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Perleberg und Wittenberge entwickeln Konzepte für lebenswerte Städte mit Perspektiven.

von
erstellt am 20.Jul.2015 | 22:00 Uhr

In welcher Stadt wollen wir in Zukunft leben? Welcher Lösungen bedarf es für Städte und Kommunen angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen wie Energiewende, Klimaanpassung und Ressourcenschonung? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat das Bundesforschungsministerium den Wettbewerb „Zukunftsstadt“ ausgeschrieben.

Im Mai bekamen Perleberg und Wittenberge, die sich zunächst separat beworben und später auf Anraten des Ministeriums hin zusammengeschlossen haben, den Zuschlag für die Teilnahme an der ersten Runde. Jetzt stellten die Projektpartner in Perleberg die Ideen für den Prozess vor.

„Die zentrale Frage, die wir uns in diesem Projekt stellen wollen, ist, wie wir mit den Herausforderungen, die vor uns liegen, umgehen wollen“, sagte Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura und verwies auf den demografischen Wandel und die Tatsache, dass immer weniger und immer ältere Menschen in der Region leben, wohingegen sich jüngere Menschen nur schwer vorstellen können, hier ihre Zukunft zu gestalten. In der ersten Projektphase sind zwei wesentliche Teile angesiedelt.

Unter dem Schlagwort „Zusammenarbeit“ untersucht die Künstlerin Ute Reeh vom Zentrum für Peripherie in Laaslich Stärken der Region. „Dabei soll ein Dialog mit offenem Ausgang in Gang kommen“, sagt die bildende Künstlerin, die bereits ein ähnliches, wenn auch viel kleineres Projekt mit der Schule an der Stepenitz realisiert hat. „Es ging darum, dass sich die Schüler genau mit ihrem Umfeld auseinandersetzen und Vorschläge zur Veränderung machen. Das mündete dann in einer selbst gebauten Chillecke auf dem Schulhof“, sagt Reeh.

Genau so soll es jetzt im Projekt Zukunftsstadt laufen. „Alle Bürger sind eingeladen, auf mich zuzugehen mit ihren Ideen von einer lebenswerten Stadt, mit Veränderungsvorschlägen, aber auch mit Meinungen, was an Vorhandenem unbedingt erhalten werden soll“, so Reeh. Alle, von den Verwaltungen über Vereine, Unternehmer und engagierte Bürger können sich beteiligen.

Zweiter Projektteil ist der so genannte Perspektiven-Atlas. Saskia Hebert vom Büro subsolar* Architektur und Stadtforschung untersucht „gelebte Räume“ in beiden Projektstädten. Der Atlas soll am Ende Karten, Fotografien und Texte enthalten, die die räumlichen Zusammenhänge in Perleberg und Wittenberge repräsentieren. „Ausgangspunkt ist eine Recherche bei Instagram nach Fotos mit den Hashtags #Perleberg und #Wittenberge“, sagte Saskia Hebert. Darauf aufbauend solle eine Sammlung von Überblicken, Einblicken und Anblicken entstehen.

Zu beiden Projektschritten gibt es einen Workshop, am 10. Oktober in Perleberg und am 14. November in Wittenberge. „Die genauen Orte werden noch bekannt gegeben“, informierte Nicole Drescher von der Stadtverwaltung Perleberg, bei der die Kommunikation zwischen beiden Städten zusammen läuft.

Beide Teilprojekte sollen schließlich in ein Konzept zur Gestaltung von lebenswerten und zukunftsfähigen Städten münden. „Mit diesem Konzept kommt man im Idealfall in die nächste Runde, in der dann mehr Geld zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung steht“, betont Architektin Hebert. Gelinge das nicht, habe man aber Konzepte, die später eventuell mit Fördermitteln aus anderen Töpfen realisiert werden könnten.

Das gesamte Projekt mit seinen Veranstaltungen und Ergebnissen wird von Soziologen und Stadtplanern der TU Berlin begleitet und wissenschaftlich ausgewertet. „Schrumpfungsprozesse finden vielerorts statt und sind, da sie bisher kaum erforscht wurden, für die Wissenschaftler von großem Interesse“, sagt Saskia Hebert.

Für die Umsetzung der Beteiligungsphase stehen von Juli bis März 50  000 Euro zur Verfügung.  

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