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Der Prignitzer

25. November 2017 | 12:28 Uhr

Gemeinsam gegen die Flut

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2013 | 06:47 Uhr

Hinzdorf | Hand in Hand gegen die Flut. In Hinzdorf ist dieses Motto Programm. In zwei Tagen haben sie 17 000 Sandsäcke gefüllt. Ortsbürgermeisterin Heike Paasch schüttelt bei dieser Zahl selbst ungläubig den Kopf.

Noch am Sonntag vor einer Woche hat sie beim Spaziergang aufs Wasser geschaut und überlegt, ob überhaupt und wenn ja, was zu tun sei. "Aber Montag rief ich bereits Horst Jaruczewski an, sagte, der Bootssteg muss raus." Dann ging alles ganz schnell und fast wie von allein.

Jaruczewski und Jens Bösel organisierten die Sache mit dem Steg. Mittwoch gegen 8 Uhr warteten acht Kameraden der Feuerwehr auf Sand und Säcke. "Innerhalb von einer Stunde waren wir 20 Leute", erzählt Heike Paasch. Vier Laster kamen, kippten Kies ab. Es folgten die 17 000 leeren Säcke. Sie schippten und schwitzten. Vom ersten Tag an dabei die 78-jährige Christa Rokitta. Die Feuerwehr brachte Sonnencreme und Getränke, auch Kaufland Wittenberge habe die Helfer sehr gut versorgt, danken die Hinzdorfer.

Die Prognosen zum Pegel sanken, Gelassenheit kehrte ein. Aber nur für kurze Zeit. Als Freitag gegen 16.30 Uhr die Werte wieder auf 8,10 Meter korrigiert wurden, standen nur eine Stunde später 20 Helfer am Sandsackplatz. "Um 18.30 Uhr waren es dann schon 50, ohne dass wir einen Aufruf gestartet haben", sagt Heike Paasch.

Die Experten des Landesumweltamtes waren voll des Lobes. Bei ihrer Ankunft im Dorf attestierten sie den Hinzdorfern schnelles und sehr fachgerechtes arbeiten.

Horst Jaruczewski stellte all die Tage über Technik zur Verfügung, Hans Brunert fuhr mit seinem Traktor und Anhänger. Dieser Zusammenhalt zeichne die Elbdörfer seit vielen Jahren aus. Peter Ehrhorn sagt immer: "Hochwässer und Dorffeste halten uns zusammen."

Am Wochenende schippten sie erneut in der prallen Sonne. Heike Paasch sagte ihre geplante Geburtstagsfeier ab. Die Gelassenheit ist einer Sorge gewichen. "Selbst unsere alten Bauern, die immer zur Ruhe mahnten, sind dieses Mal besorgt", so Paasch. Das stimme die Menschen nachdenklich.

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