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Wir in Pritzwalk : Zahnradwerk macht Kurzarbeit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Niedrige Rohstoffpreise und schwache Konjunktur bringen Werk in Bedrängnis

Über die niedrigen Rohölpreise freuen sich Autofahrer, aber nicht das Zahnradwerk in Pritzwalk. „Sie sind ein echtes Problem für uns“, sagt Geschäftsführer Heiner van de Loo. Das Unternehmen muss Kurzarbeit anmelden.

Seit 1993 führt van de Loo das Unternehmen, kennt das Auf und Ab in der konjunkturellen Entwicklung. „Im Moment ist es aber wirklich verflixt schwierig, weil es an vielen Stellen brennt. Wir werden ab Mai in Kurzarbeit gehen, auch um junge und gute Leute halten zu können“, sagt er.

Der anhaltend niedrige Ölpreis bringt die Fracking-Firmen in den USA in Schwierigkeiten, viele sterben sogar. Große Ölkonzerne investieren weniger in neue Anlagen weil sie sparen müssen, erklärt van de Loo. das spüre sein Werk, wichtige Aufträge blieben aus.

„Andere Unternehmen die direkt für den Endverbraucher produzieren haben diese Probleme nicht. Die Verbraucher geben ihr Geld aus, weil sie ohnehin keine Zinsen mehr bekommen. Wir aber produzieren für den Maschinen und Anlagenbau“, macht er den Unterschied deutlich. Die konjunkturelle Entwicklung bewerte er weder in Deutschland noch im Ausland derzeit positiv.

Die Schwierigkeiten beim Fahrzeughersteller Bombardier haben dazu geführt, dass ein Auftrag im Umfang von etwa sieben Millionen Euro in Pritzwalk zunächst zurückgestellt wurde. Auch das Geschäft mit den Windkraftanlagen laufe nicht mehr so gut wie vor fünf oder sechs Jahren. „Es werden weniger Anlagen gebaut, dafür aber deutlich größer. Für uns heißt das weniger Getriebe“, so van de Loo. Selbst das Russland-Embargo treffe den Pritzwalker Betrieb.
Die neue Möglichkeit der Rente ab dem 63. Lebensjahr verschärfe die ohnehin schwierige Situation auf dem Fachkräftemarkt. Noch hat das Werk 258 Mitarbeiter, doch der Geschäftsführer befürchtet, in diesen schweren Zeiten junge Facharbeiter zu verlieren. Wenn die Auftragslage dann wieder steige, fehlen sie ihm und neue seien immer schwerer zu bekommen.

Mit Hoffnungen kehrte er von der Bauma-Messe in München zurück. Da gab es positive Gespräche. Bis daraus jedoch Aufträge entstehen, gelte es die Durststrecke zu überwinden.

 

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erstellt am 06.Mai.2016 | 16:14 Uhr

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