Wir in Lenzerwische : Von Miss Prignitz bis Qualitätsmilch

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Lenzener Wische Rinderzucht GmbH hat ihren Stammsitz in Kietz

svz.de von
11. November 2015, 12:00 Uhr

Die im äußersten Nordwesten der Prignitz gelegene Lenzener Wische ist ein weiter, fruchtbarer und landschaftlich reizvoller Landstrich entlang der Elbe. Hier setzt man, neben dem Tourismus, vorrangig auf die Landwirtschaft. Größter Arbeitgeber der Region ist die Lenzener Wische Rinderzucht GmbH mit Stammsitz in Kietz. Der im Dezember 1991 gegründete Landwirtschaftsbetrieb, zudem auch die Naturprodukte Kietz GmbH sowie die Weideland GmbH gehören, bietet derzeit 70 Angestellten in der Milchproduktion, der Färsenaufzucht und Jungkuhverkauf oder in der Grünland- und Ackerwirtschaft einen Arbeitsplatz.

„Hauptgeschäft ist die Milchproduktion“, erzählt Joachim Jammer, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens. Von den rund 3700 in seinem Betrieb umsorgten Rindern sind 870 reine Milchkühe. „Die haben im vergangenen Jahr rund 7,7 Millionen Kilogramm Qualitätsmilch, die regional vermarktet wird, produziert.“ Ein wichtiger Betriebszweig ist auch die Mutterkuhhaltung. Auf den Wiesen des Agrarbetriebes weiden über 900 Mutterkühe mit ihren Kälbern und sorgen gleichzeitig für die Landschaftspflege im Biosphärenreservat. Und neben der Acker- und Grünlandwirtschaft auf rund 1900 Hektar Fläche ist das Kietzer Unternehmen auch ein Zuchtbetrieb für Färsen. „Wir exportieren unsere Tiere auch in den Nahen Osten, Nordafrika oder Osteuropa“, zählt Joachim Jammer einige Absatzmärkte auf.

Stolz ist der Agrarbetrieb auch auf die vielen Auszeichnungen für seine Tiere. Im Jahr 2012 knackte mit „Prima“ die erste schwarzbunte Kuh die Lebensleistung von 100  000 Kilogramm Milch. Fünf weitere Milchkühe überboten diese magische Grenze in den Folgejahren ebenfalls. „Seit ich hier im Unternehmen tätig bin, haben sechs unserer Tiere bei den Tierleistungsschauen den Titel Miss Prignitz geholt“, erzählt Normen Sachtleben, seines Zeichens Abteilungsleiter Milchproduktion, und „Mädchen für alles“ in der 2004 eingeweihten und modern eingerichteten Milchviehanlage mit Stallungen und Melkkarussell. Als Letzte holte die heute fünfjährige „Zafire“ im vergangenen Jahr bei der Miss-Wahl in Blüthen den begehrten Siegerpokal sowie den Ehrenpreis des Landes Brandenburg in den Kietzer Stall. „Für uns als Rinderzüchter sind diese Auszeichnung immer der Lohn für die vorher geleistete Arbeit“, ist Normen Sachtleben zufrieden.
Ein weiteres Standbein der Kietzer ist die Biogasproduktion. Seit 2002 in Betrieb, hat sich dieser Wirtschaftszweig mit der Erweiterung durch zwei Fermenter zu einer nicht wegzudenkenden Größe des landwirtschaftlichen Betriebes entwickelt.

Doch wie bei vielen anderen Landwirtschaftsbetrieben in Deutschland sucht man bei der Rinderzucht GmbH einen Auszubildenden derzeit vergeblich. „Eigentlich sind wir auch auf die Nachwuchsförderung bedacht. Es gab zuletzt aber einfach keine qualifizierten Bewerber“, gibt Joachim Jammer zu Bedenken.

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