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Wir in Gülitz-Reetz : Von der Zeche zur Wildnisschule

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jörg Pospiech will in seinen Kursen wieder ein Gefühl für die Natur aufbauen

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 22:00 Uhr

Im März hält wieder die ungezügelte Natur in Schönholz Einzug. Dann öffnet die Wildnisschule von Jörg Pospiech wieder ihre Pforten. Der Diplomgeograf verfügt über langjährige Erfahrungen aus der ersten deutschen Wildnisschule in Wildeshausen. Die Kurse für Kinder und Erwachsenen, die das vierköpfige Team seit 2013 anbietet, sind kein Abenteuerurlaub oder Erlebniscamp.

Pospiech will seinen Kursteilnehmern wieder ein Gefühl für die Natur vermitteln. Deshalb geht es ihm nicht um möglichst ausgefallene Aktionen und Nervenkitzel, sondern darum , die Natur einfach wieder zu fühlen und zu respektieren. Um wieder eine emotionale Bindung aufzubauen und seinem Bauchgefühl zu folgen, genügt es unter Umständen schon, sich auf den Boden zu legen und die Umgebung mit Farben, Formen und Gerüchen ganz intensiv in sich aufzunehmen.

Das Konzept nutzt Wissen und Lebensweisen von Naturvölkern. Dabei geht es meist und ursprüngliche Erziehungsmethoden. So werden Informationen und Aufgaben häufig in Geschichten verpackt. Sie werden auf diese Weise von Kindern und Jugendlichen gut angenommen. Viel Wert wird auf das beobachten gelegt. „So gelingt es vielen Völkern bis heute, Kindern und Jugendliches alles zu vermitteln, was sie für ihr Leben in der Gemeinschaft benötigen“, erläutert Pospiech.

Auch Morgen- und Abendrunden, bei denen über eigene Erlebnisse gesprochen, der Tag, Erwartungen, Aufgaben oder den Kurs reflektiert werden, zählen dazu. Ein für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene ungewohntes Element ist der Dank. Anderen in der Gemeinschaftsrunde auch einmal für kleine Dinge zu danken, die das Leben schöner, leichter oder angenehmer machen sei etwas, das auch ihm anfangs schwergefallen sei, sagt Pospiech. Im Gesamtkonzept habe es sich bewährt.

Ohne Strom auskommen, mit Ausnahme von Taschenlampen, in Zelten wohnen und sich viel in der Natur bewegen gehört natürlich zu einer Wildnisschule. Feuer zu machen ohne Streichhölzer und Feuerzeug gehört dazu zu den ersten Lernaufgaben, um warm und stimmungsvoll zusammen sitzen zu können.

Informationen über Kräuter und weitere essbare Pflanzen und Früchte sowie über giftige helfen, sich wieder in der Natur heimisch zu fühlen. Wenn es nachts hinaus in den Wald geht, spielen Angst und Nervenkitzel keine Rolle. Es wird Vertrauen in sich und die Natur aufgebaut.

Das Areal in Schönholz eignet sich gut für die Wildnisschule. Das ehemalige Gebäude der Braunkohlenzeche dient als Wohnhaus, beherbergt Küche und Sanitäranlagen für die Kursteilnehmer. Auf dem großen Hof leben Tiere von Hühnern über Ziegen bis zu Pferden, an deren Fütterung sich Kursteilnehmer ebenso beteiligen können wie an der Pflege von Beeten.

Es schließt sich ein weitläufiges Areal mit Wohnzelten, dem Tippi mit Feuerstelle, dem überplanbaren großen Kreis für gemeinsame Aktivitäten am Morgen und Abend. Auch Wald- und Schleichspiele, Stockkampf und Bogenschießen erfolgen dort. Die Wildnisschule verfügt über ein fünf Hektar großes eigenes Waldstück und kann benachbarte Forstflächen für Ausflüge, Baumklettern und Gewässerüberquerungen nutzen.

Eine Schulklasse und kleine Gruppen in Erwachsenenkursen, Ferien- und Eltern-Kind -Wildniscamps können sich dort ein Stück weit der Natur annähern. 
 

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