Wir in Quitzow : Unser Dorf hat eine Tagesmutti

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Vor elf Jahren eröffnete Bärbel Guhl ihre eigene kleine „Kita“

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02. November 2015, 12:00 Uhr

Bis Mitte der 1990er Jahre hatte das kleine Dorf eine Krippe. Wo heute die Ländliche Erwachsenenbildung zuhause ist, da war zuvor fröhliches Kinderlachen aus den Räumen und auf den Fluren zu vernehmen. „Eine Kita haben wir leider nicht mehr, dafür hat unser Dorf eine Tagesmutti“, verkündet nicht ohne gewissen Stolz Ortsvorsteher Armin Schwarz.

Am gestrigen 1. November waren es genau elf Jahre, da Bärbel Guhl samt Familie in ihrem großen Bauernhaus ein Paradies für die Jüngsten einrichtete und sich damit selbst einen Traum erfüllte. Die gelernte Krankenschwester, die viele Jahre als Erzieherin in Wittenberge und dann auch in der Krippe Quitzow arbeitete, liebäugelte schon länger damit, ihren eigenen kleinen „Kindergarten“ zu eröffnen.

Ein Teil des Hauses wurde entsprechend hergerichtet und dann zogen auch schon die ersten kleinen neuen Hausherren hier ein. Jene gehen inzwischen längst in die Schule, doch „Nachwuchssorgen“ hat Bärbel Guhl nicht. Im Durchschnitt fünf Kinder im Alter von Null bis drei Jahren werden von ihr betreut, umsorgt und verwöhnt. Denn die Kleinen haben nicht nur ein liebevoll eingerichtetes „Kinderhaus“, auch Hof und Garten nehmen sie in Beschlag – kurzum, um den riesigen Spielplatz kann man sie beneiden. Sofern das Wetter es zulässt, werden Kipper und Dreirad aus dem Schuppen geholt, wird geschaukelt und auf dem Hof herumgetollt. Ein tägliches Muss, das sich die Steppkes nicht nehmen lassen, ist das Füttern der Schafe. Sie erleben live, dass Kühe alles andere als lila sind, Tiere nicht nur zum Streicheln sind, sondern auch täglich was zum Fressen brauchen und sauber gemacht werden. Wenn es dann im Sammeltaxi zum Spaziergang durchs Dorf geht, dann haben die Spatzen zumeist auch tierische Begleitung. Denn den Samtpfötchen vom Guhlschen Hof haben es die Kinder angetan und umgekehrt natürlich auch.

Der Lieblingsort der Knirpse ist der neue Spielplatz Mitten im Dorf. Nur allzu gern würden sie auf dem großen Klettergerüst rumkrakseln, doch dafür sind sie noch zu klein. „Ein paar mehr Spielgeräte für die ganz Kleinen, das wäre schön“, gesteht Bärbel Guhl.

Dann heißt es auch schon sich sputen, denn es ist bald Mittagszeit. Lecker riecht es aus der Küche, alles frisch zu bereitet und zumeist aus dem eigenen Garten. Wie schafft sie das alles nur, wollen wir von Bärbel Guhl wissen. „Bevor die ersten Kinder morgens kommen, geht es in die Küche, wird vorbereitet.“ Fürs Gemüse und frische Kräuter sorgt ihr Ehemann. „Der Garten ist sein Revier“, fügt die 52-Jährige mit einem Lächeln an.  

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