Wir in Pirow : Pinocchio: Kein Geheimtipp mehr

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Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Italien in einem Prignitzer Dorf: Auch nach 22 Jahren haben Vesna und Fernando Congiu neue Ideen

svz.de von
22. Juni 2016, 12:00 Uhr

Es ist vielleicht die Gaststätte mit dem größten internationalen Flair in der Region, das Pinocchio in Pirow. „Wir sprechen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Deutsch“, erzählt Fernando Congiu. Dazu verhalfen dem Wirtsehepaar Geburtsländer und Berufswege. Vesna Congiu kommt aus Montenegro und kann sich auch in einigen slawischen Sprachen verständigen. Ihren Ehemann aus Italien führte der Berufsweg als Koch, Barkeeper und Somelier aus Sardinien über Rom, Barcelona, Monaco und die Kanarischen Inseln vor etwa 40 Jahren nach Deutschland. Vom Sterne-Restaurant mit Bar wählten die beiden den Weg aus Berlin nach Pirow. „Wir hatten von dem Dorf gehört und suchten einen Ort mit mehr Ruhe als in der Großstadt, mit mehr Raum zum Genießen“, erzählt Fernando Congiu. „Die seelische Seite geht in einer Stadt wie Berlin verloren.“

Besonders abends kann das Wirtsehepaar seine Vorstellungen von entschleunigter Gastlichkeit auf seine Gäste übertragen, Dann nehmen sich diese häufiger Zeit, die frische und auch überraschende Küche und das Ambiente ganz in Ruhe zu genießen.

Seit 22 Jahren gibt es das Pinocchio inzwischen. „Wir sind Pirower geworden“, meint Fernando Congiu. Das zeige auch ein Blick auf die Speisekarte, wo es eine Spezialpizza mit Knieper und Kohlwurst gibt. Ein richtiger Geheimtipp ist die Gaststätte mit ihrer besonderen Ausstrahlung nicht mehr. Stammgäste kommen regelmäßig aus Berlin und noch weiter entfernten Orten, Brandenburger Prominente wie Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck waren schon zu Gast. RTL2 drehte dort für „Frauentausch“ und der rbb suchte mehrfach Tipps für Koch- und Ratgebersendungen.

Radler und Oldtimergruppen, Reise- und Hochzeitsgesellschaften wissen das Ambiente zu schätzen. Im 1890 erbauten Haus und den Nebengebäuden entsteht noch immer Neues. Ein Raum mit Blick auf den Dorfteich, in dem schon Seerosen blühen, erwartet Gäste, am Innenhof wird gewerkelt. Schließlich sollen sich die Gäste dort im Biergarten wohlfühlen. Auch erste Wurstketten hängen dort über den Tischen, damit hungrige Gäste schon während der Wartezeit auf das Essen ihrem Magen etwas Gutes tun können.

In den nächsten Jahre möchte Fernando Congiu im Spitzboden der früheren Scheune zusätzlich zu den Gästezimmern mit alter Holzdielung, Türen aus der Entstehungszeit und anderen historischen Details ein Heuhotel für Radtouristen bauen. Platz bietet das Pinocchio genügend. In den auf mehr als 300 Plätze erweiterbaren Saal könnten Fernando und Vesna Congiu ganz Pirow einladen.

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