Wir in Schönhagen : PBK: Ein junges, rühriges Team

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Landwirtschaftsbetrieb ist größter Arbeitgeber im Pritzwalker Ortsteil

svz.de von
08. Juni 2016, 10:00 Uhr

Die PBK Rinderzucht GmbH ist der größte Betrieb im Pritzwalker Ortsteil Schönhagen. 1100 Rinder werden hier von 18 Mitarbeitern und zwei Azubis betreut. 550 Milchkühe stehen hier und wie überall in Brandenburg und in ganz Deutschland hat auch die PBK zurzeit mit dem Tiefstpreisen bei der Milch zu kämpfen. „Das Ganze wird zu einer existenziellen Frage für den Betrieb“, sagt Geschäftsführer Christian Beckmann. Momentan könne man sich nur über Wasser halten durch ein enorm engagiertes Team und dadurch, dass Investitionen zurückgestellt werden.

Anfang des Jahres ist eine Lagerhalle auf dem Betriebsgelände abgebrannt und auch ein Traktor, der wohl die Brandursache war, ging dabei in Flammen auf. Die Halle ist bereits abgerissen. Die Bodenplatte noch vorhanden. „Wir würden die Halle gern wieder aufbauen, weil wir sie eigentlich auch brauchen. Aber auch diese Investition müssen wir zurückstellen. Wir arbeiten im Moment voll auf Verschleiß und wissen nicht wie lange das noch gut gehen soll“, sagt Beckmann.

23 Cent bekommt der Betrieb im Moment noch für seine Milch. Das sei aber nur möglich weil man mit der Arla-Molkerei seit langer Zeit sehr gut zusammenarbeite und beste Qualität liefere. Dennoch fehlen pro Liter Milch zwölf Cent, um wirtschaftlich arbeiten zu können. „Wir versuchen, einiges zu kompensieren durch Photovoltaikanlagen, durch die Biogasanlage und den eingespeisten Strom. Das ist aber auch sehr schwer, und was eigentlich gedacht war, um unser Betriebsergebnis zu verbessern, ist nun absolut notwendig, um uns das Überleben zu sichern“, sagt Beckmann.

Stolz ist der Geschäftsführer vor allem auf sein noch recht jungen Team. Ohne dessen großes Engagement und den Willen, diese Krise zu überstehen, würde es noch schlechter aussehen. Auch die Unterstützung aus dem PBK-Unternehmensverbund hilft einiges abzudecken.

Unlängst trafen sich Vertreter des Bauernverbandes mit Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger im benachbarten Neudorf. Dabei ging es unter anderem um den Milchpreis, aber auch um enorme bürokratische Hürden, die den Unternehmen durch die EU auferlegt werden und zusätzlich Geld und Zeit kosten, ohne produktiven Nutzen zu bringen. Diese Probleme, so der Minister im Gespräch mit den Landwirten, könnten durch ihn immer nur wieder angesprochen werden, müssten aber durch den Bund an die EU herangetragen werden. Landwirtschaft sei in der heutigen Zeit ein schwieriges Geschäft. Während sich die Landwirte lieber um ihre Tiere kümmern würden, müssten sie mit spitzem Stift rechnen und unzählige bürokratische Hürden meistern. „Wir werden in Schönhagen alles daran setzen, um diese Situation zu überstehen. Wie lange wir das auf diesem Niveau durchhalten, kann man im Moment aber noch nicht sagen“, so Beckmann abschließend.  

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