Wir in Kletzke : Landwirte bangen um Existenz

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Olaf Streese über die Folgen von Preisverfall und Embargopolitik

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19. Januar 2016, 22:00 Uhr

Die Agrargenossenschaft Kletzke ist der größte Betrieb im Dorf. Etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt Geschäftsführer Olaf Streese. Dabei ist die Agrargenossenschaft breit aufgestellt. Im Schweinestall stehen etwa 320 Zuchtsauen und dazu gibt es etwa 1000 Mastplätze, die jedoch nicht immer alle belegt sind, so Streese. Hier werden unter anderem auch die Schweine für die Kletzker Fleischerei Hildebrandt gezüchtet und gemästet.

Außerdem gibt es in Kletzke etwa 430 Milchkühe. In Plattenburg befindet sich der Stall für die Jungtiere, die Fersen Zuchtbullen. Insgesamt hat die Agrargenossenschaft gut 1000 Hektar Fläche zu bewirtschaften. Davon etwa 480 Hektar Grünland. Auf den anderen Flächen wird Raps, Weizen, Gerste und der Silomais zur Versorgung der eigenen Tierbestände angebaut.

Die Agrargenossenschaft ist nach der Wende 1989 aus der ehemaligen LPG in Kletzke hervorgegangen. Heute hat die Genossenschaft 48 Mitglieder, die auch ihre Flächen in die Genossenschaft mit einbringen. Allerdings, so Olaf Streese, wird Landwirtschaft immer komplizierter und zum Teil unwirtschaftlicher.

Viel wurde über den zu niedrigen Milchpreis berichtet und protestiert. Auch die Kletzker Landwirte trifft dieser Preisverfall. Doch der ist nicht nur bei der Milch zu beobachten. Es gab im letzten Jahr eine recht gute Getreideernte und prompt sinken die Preise bei den Aufkäufern. „Gute Ernte bedeutet mehr Arbeit, gute Erträge und weniger Geld“, sagt Streese.

Der Trend des Agrardumpings setzte sich 2015 auch beim Schweinefleisch fort. Die zu erzielenden Marktpreise decken meist nicht einmal mehr die Kosten, so Olaf Streese.

„Man muss ehrlich sagen, dass 2015 ein echt schwieriges Jahr für die Landwirtschaft war und man muss sich fragen, wie viele solcher Jahre die Landwirte noch überstehen können.“ Eine Verbesserung der ökonomischen Bedingungen sei nicht in Sicht, während Technik und Futtermittel immer teurer werden.

Einen Grund für Preisverfall und Überangebot sieht Olaf Streese auch in der Embargopolitik gegenüber Russland. Seine Forderung lautet, die Handelsbeschränkungen mit Russland aufzuheben, um vor allem den Landwirten in Deutschland wieder auskömmliche Preise zu ermöglichen.

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