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Wir in Kleinow : Kinder erfahren, wo ihr Essen herkommt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kleinower Agrar GmbH vermittelt schon Nachwuchs Achtung vor Landwirtschaft

„Landwirtschaft gab es immer und wird es immer geben, egal, wie schwierig die Zeiten auch manchmal sind“, sagt Andreas Wilde, geschäftsführender Gesellschafter der Kleinower Agrar GmbH. Ihn freut es, wenn regelmäßig die Kinder aus der Kita im Ort zu ihm in den Betrieb kommen, um nach den Kühen und vor allem den Kälbern zu sehen. „Diese Kinder lernen, wo ihr Essen herkommt: Nämlich aus dem Stall und vom Feld, und deshalb unterstützen wir das“, sagt Wilde.

Die Agrar GmbH konnte in diesem Jahr ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum begehen und hatte dazu alle Verpächter und Geschäftspartner in die Ölmühle nach Wittenberge eingeladen. „Wir baten um Spenden anstelle von Geschenken und so freut es uns, dass wir der Kleinower Feuerwehr und der Kirchengemeinde jeweils 500 Euro überreichen konnten“, so Wilde. In der Kirchengemeinde soll das Geld als Anschubfinanzierung für eine elektrische Läutanlage dienen.

Zehn Mitarbeiter betreuen in Kleinow etwa 350 Milchkühe. Dazu kommen eine 50-köpfige Mutterkuhherde und viel Ackerland, das bewirtschaftet wird. „Zum Teil als Futterlieferant für die eigenen Tiere, aber auch für den Marktfruchtanbau“, sagt Wilde. Stolz ist er, dass das Unternehmen seit einigen Jahren Ausbildungsbetrieb ist, zur Zeit auch zwei junge Leute Tierwirt lernen . „Im vergangenen Jahr haben wir einen Azubi übernommen und einen weiteren Mitarbeiter zu seiner Meisterprüfung begleitet“, sagt Wilde.

Seiner Ansicht nach hat Landwirtschaft immer eine Zukunft, allerdings bereite ihm die Werteverschiebung in der Gesellschaft schon einige Sorgen. Bei vielen Menschen fehle die Verbindung zur Natur, dazu, wo die Lebensmittel im Supermarkt herkommen und wie viel Arbeit darin stecke. Auch spielen seiner Ansicht nach auf zahlreichen Kontrollebenen Menschen mit, denen Objektivität, Fachwissen und Praxiserfahrungen in der Landwirtschaft einfach fehlen. „Die Regel- und Kontrollwut nimmt Formen an, die fernab jeder Vernunft und Sinnhaftigkeit sowie der Realität sind“, sagt Wilde. Er ruft die Menschen auf, auf die Landwirte zu zu gehen, sich selbst ein Bild davon zu machen, wie die Tiere hier gehalten werden, wo Fleisch, Milch und Butter herkommen und wie aufwendig es ist, bis aus einem Korn in der Erde ein Brot oder Brötchen wird. „Nur wer weiß, wo sein Essen herkommt, weiß unsere Arbeit zu würdigen und unsere Produkte zu schätzen“, sagt Wilde. Er möchte nicht in das allgemeine Klagehorn der Landwirte stoßen, denn davon werde die Situation nicht besser. „Landwirtschaft wird es immer geben, uns nimmt nur die Politik die Luft zum atmen“, so der Geschäftsführer.  

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erstellt am 30.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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