Wir in Legde/Quitzöbel : Entspannung in absoluter Ruhe

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Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Wellness-Hotel Legde verwöhnt seine Gäste mit handgemachter Kosmetik

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18. November 2015, 12:00 Uhr

Wenn sich die Stuhllehne nach hinten neigt, der Körper unter der flauschigen Decke die Wärme spürt und das Kribbeln der ersten Pinselstriche im Gesicht vom Beginn der Behandlung kündet, dürften sich viele Frauen wie im 7. Himmel fühlen. Aber auch Männer nutzen im Wellnesshotel in Legde die Chance, sich schön machen zu lassen oder bei Massagen oder in der Sauna den Stress des Alltages hinter sich zu lassen.

Die Geschichte des Hotels in Legde beginnt 1945, als der junge Kurt Glass mit seiner Mutter auf der Flucht aus den Deutschen Ostgebieten in der südwestlichen Prignitz strandet. „Meine Mutter hat hier ein Häuschen gekauft, ich bin hier aufgewachsen und habe Schreiner gelernt“, erzählt Glass.

Nach seiner Ausbildung zieht es Glass nach Westdeutschland. „Mir war früh klar, dass ich im Osten keine Perspektive haben würde. Im Westen arbeitet Glass zunächst im Einzelhandel, wechselt später ins Baugewerbe. „Aus dem Wissen heraus, dass es gewisse Produkte noch nicht gibt, habe ich als Autodidakt angefangen, Zusatzstoffe für Estriche zu entwickeln“, berichtet er. Das war der Beginn der Glass AG, heute Marktführer in ihrem Segment.

Nach der Wende kommt Glass in die Prignitz zurück und erwirbt das Häuschen seiner Mutter. Später kommt ein Bauernhof dazu, den er sukzessive zum Reiterhof ausbaut. „Für die Gäste brauchte ich mehr Kapazität, also kaufte ich die Heinke-Villa und eröffnete ein Hotel“, sagt er als sei es das normalste auf der Welt. Der Standort Legde florierte, mit dem Neubau des „Therapeutikums“, in dem kosmetische Behandlungen durchgeführt werden, einem Restaurantgebäude und weiteren Bettenkapazitäten wächst das Hotel.

Mit dem Neuen Schwerpunkt Wellness hat der heute 81-Jährige eine neue Baustelle gefunden. „Die Produkte, die wir für die Behandlungen verwendeten, entsprachen nicht meinem Qualitätsanspruch. Also habe ich mir viele Bücher gekauft, mich eingelesen und angefangen, aus besten Rohstoffen Kosmetika herzustellen.“ Heute hat die Glass Kosmetikmanufaktur, die in Sigrön produziert, ein breites Sortiment an hochwertigen Produkten, „die selbstverständlich alle dermatologisch getestet und zugelassen sind“, wie der 81-jährige Unternehmer klarstellt.

Ein schickes Hotel und teure Kosmetik in der eher einkommensschwachen Prignitz? „Wir haben normale Preise und unsere Klientel ist bei weitem nicht nur die gehobene Gesellschaft aus Großstädten wie Berlin“, sagt Glass.

Übrigens hat der findige Unternehmer schon ein neues Projekt: Ganzheitliche Gesundheitsbehandlungen gegen das Altern. „Aufhalten können wir es freilich nicht, aber man kann durch eine entsprechende Lebensweise zu einem gewissen Grad entgegen wirken.“  

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