Wittenberge : Ein Kalk, ein Stein, ein Speicher

Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
1 von 2

Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Sükower Bauunternehmen gibt alten Industriebauten ein neues Gesicht

von
13. Juni 2016, 21:00 Uhr

Als Andreas Block die Lehre als Maurer im damaligen Bau- und Montagekombinat Schwerin, Betriebsteil Wittenberge, begann, ahnte er noch nicht, dass sein Lehrausbilder Edgar Nohr eines Tages mal sein Chef wird. Denn als der junge Maurer in der LPG Sükow in Lohn und Brot ging, trennten sich erst einmal ihre Wege. Mit der Wende gründete Edgar Nohr seine eigene Firma und übernahm die komplette Maurerbrigade der LPG. „Die Truppe war so die gleiche, nur einen anderen Chef hatten wir“, fügt Andreas Block schmunzelnd an. Jenen kannte er sehr gut, ebenso die jetzigen Baustellen. Denn die waren vorwiegend in Wittenberge. Dort hatte er gelernt, kannte wie sein Chef Stadt und Leute. Und daran hat sich bis heute nichts geändert – einzig: Heute ist er der Chef, genauer gesagt seit dem 1. März 2010. Doch weitaus länger stand fest, dass er die Firma unter einem eigenen Label mal weiterführen werde. Zielgerichtet machte er so auch seinen Meister.

Und dann kam alles doch ein wenig Knall auf Fall. Edgar Nohr hatte in Stralsund einen Großauftrag angenommen: Umbau eines alten Speichers zu einem modernen Wohnambiente mit 56 Wohnungen. „Er hatte alles vorbereitet und ich sollte es nun zu Ende führen“, erinnert sich der Sükower. Ein Traumauftrag, der ihn aber auch um so manchen Schlaf gebracht hat, wie er im Nachhinein sagt. Zu wissen, dass man mal seine eigene Firma haben wird und sich langfristig darauf vorbereiten, das sei das eine. Wenn es dann so weit ist, sei es etwas ganz anderes. Doch bereut habe er den Schritt bis heute nicht, vor allem auch, weil er weiß, es geht immer weiter. Denn Sohn Florian ist in Vaters Fußstapfen getreten, hat übrigens bei dem gleichen Lehrmeister die Ausbildung gemacht und seit vergangenem Jahr auch den Meister in der Tasche. Beim Vater ist er mit in der Firma, arbeitet faktisch schon mit daran, was einst mal sein berufliches Standbein werden soll – Chef des Bauunternehmens, das dann Florian Block heißen dürfte.

Doch bis dahin fließt noch einiges Wasser die Stepenitz entlang, so Andreas Block, der mit Firmengründung auf Anhieb sechs Angestellte hatte, „plus meine Frau“, ergänzt er. Und fünf kommen aus Perleberg, wenn man in Betracht ziehe, dass Sükow und Dergenthin eingemeindet wurden. Die gute Seele der Firma, die zudem die Strategie des Papierkriegs beherrscht, ist Ehefrau Corinna. „Ich habe aber noch einen zweiten Job“, fügt sie an. Verkäuferin habe sie gelernt und sie liebe den Beruf. So stehe sie stundenweise auch noch hinterm Ladentisch. „Einfach, um Kollegen um mich zu haben“ und, „um nicht den ganzen Tag im Keller eingesperrt zu sein“, so spitzbübisch ihr Ehemann. Denn das Firmenbüro befindet sich im Keller des eigenen Hauses. Jenes haben die Blocks natürlich selber gebaut. „Am 29. August 1984 war Grundsteinlegung, da wurde unsere Tochter geboren“, verrät Corinna Block.

Bauseitig hat Andreas Block aber noch ganz andere Spuren hinterlassen. Der komplette Umbau des Lokschuppens der Elbestadt geht auf seine Kappe. Auch die Speicher in Wittenberge hat seine Firma verklinkert, und derzeit baut sie die Feuertreppe und Fahrstuhlschächte in der Ölmühle.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen