Wir in Groß Breese : Ein Exot im Ort

<p>Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0</p>
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Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Silke Last pendelt als Stadtplanerin zwischen Groß Breese und Berlin

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10. März 2016, 12:00 Uhr

„Ich bin ein Exot“, sagt Silke Last über sich selbst. „Viele können sich nicht vorstellen, was eine Stadtplanerin so macht.“ Grund genug, die Arbeit der gebürtigen Groß Breeserin vorzustellen.

Silke Last ist selbstständige Diplom-Ingenieurin für Stadt- und Regionalplanung. Sie arbeitet an Bebauungsplänen mit und weist Windenergiegebiete aus. Dafür pendelt sie zwischen ihrer Heimat und der Millionen-Metropole Berlin, wo sie auch noch eine kleine Wohnung hat. „Ich habe schon an der Planung von Wohngebieten in Spandau, Nauen oder Kleinmachnow mitgewirkt“, erzählt Silke Last. Nach ihrer Meinung zu ihrem Heimatdorf Groß Breese gefragt, gerät sie ins Schwärmen. „Es ist ein einmaliges Dorf in Brandenburg. Es hat, angelehnt an den Preußen-König, einen friderizianischen Charakter. Es ist gut strukturiert, hat mit der Dorfstraße und den anliegenden Gehöften einen klassischen Aufbau“, erklärt die Expertin. Früher standen Bäume in vier Reihen hintereinander neben der Straße. Heute sind es zumeist drei. Die Abstände zwischen den Häusern sind großzügig gewählt. Aus gutem Grund: „Das eigentliche Dorf war ein Runddorf mit der Kirche im Zentrum. Es lag ein Stück neben dem heutigen Groß Breese und fiel im Jahr 1840 einem Feuer zum Opfer. Nur einige Häuser und die Kirche blieben erhalten“, so Last. Sie holt die Kopie einer alten Karte aus dem Jahr 1853 hervor und verdeutlicht die Siedlungsgeschichte. „Der alte Ort lag in einer Karthaneniederung, wodurch die Bewohner oft mit Hochwasser zu kämpfen hatten. Das neue Dorf wurde dann an einer höher gelegenen Stelle errichtet.“

Dabei achteten die Erbauer eben auf deutlich größere Abstände zwischen den Häusern, damit Flammen nicht mehr so leicht übergreifen konnten. „Außerdem wurden große Bäume zwischen die Gehöfte gepflanzt, um im Falle eines Brandes die Funken abzufangen.“ Die alte Kirche sei bis 1878 noch weiter genutzt worden. Ein Jahr später wurde dann ein Neubau im heutigen Groß Breese eingeweiht.

Silke Last beschäftigt sich gern mit alten Dorfstrukturen. Sie hat an vielen Publikationen über ihre Heimatregion mitgearbeitet. Doch ihr beruflicher Werdegang ist abwechslungsreich. Bis zur 10. Klasse ging sie in Breese zur Schule. Danach folgte von 1985 bis 1988 eine Lehre zur Holztechnikerin mit anschließendem Abitur. Diese Kombination wurde nur im thüringischen Zeulenroda angeboten. Die Schüler kamen aus der ganzen DDR. „Nach der Lehre wollte ich aber nicht Holztechnik studieren“, sagt Last. Nach einer Zwischenstation als Hygieneinspektorin in Osterburg (Altmark) entschied sie sich 1992 für ein Studium der Stadt- und Regionalplanung an der TU in Berlin. „Dann habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Bereut habe ich es bisher nicht.“

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