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Wir in Rühstädt : Drehen und Fräsen in höchster Präzision

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

CNC-Ojinski zeigt, dass sich Naturschutz und Industrie nicht ausschließen müssen

von
erstellt am 05.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Was haben der Augsburger Motorenhersteller MAN, die Hamburger Werft Blohm + Voss, die Instandhaltungswerke der Deutschen Bahn und der Kranspezialist Liebherr gemeinsam? Sie alle wenden sich an die Rühstädter Firma CNC Präzisionsfertigung Ojinski, wenn es bei der Metallbearbeitung auf absolute Genauigkeit ankommt. Seit 1996 produzieren Karl-Heinz Ojinski, seine Lebensgefährtin Karin Müller und ihre gemeinsame Tochter Jana mit einem Team von rund 40 Ingenieuren, Werkzeugmechanikern und Schlossern inmitten der Elbtalaue Metallwerkstücke nach dem Motto: „Haargenau ist noch zu grob“.

Die Geschichte des Betriebes beginnt aber bereits 1977. Karl-Heinz Ojinski, gelernter Funkmechaniker und Dreher, will seine Leidenschaft für den Wassersport zum Beruf machen und mit der Reparatur von Bootsmotoren in die Selbstständigkeit gehen. „Meine Anträge wurden abgelehnt oder verschwanden im Apparat“, sagt Ojinski heute. Nach unzähligen Versuchen bekommt er die Genehmigung.

Bootsmotoren sind aber nur ein Teil seiner Arbeit, vielmehr wird sein Betrieb im Wittenberger Hoppenradweg ein Kompetenzzentrum des Rationalisierungsmittelbaus. „Ich habe Maschinen entwickelt, die dem Handwerk in der DDR fehlten. Ob Kantenumleim-Maschine für Möbeltischler, Nagelloch-Vulkanisiergeräte für Reifen oder eine Silber-Rückgewinnungsanlage, um aus Fotolösungen das Edelmetall abzuspalten – man kam mit dem Problem zu mir, und ich suchte die passende Lösung.“

Um die Wendezeit steigt Ojinski um auf Zerspanungsarbeiten. „Der Schritt hin zur CNC-Technik war genau richtig“, sagt er mit Blick auf die Kompetenz, die heute seine Firma ausmacht. Über das Dieselmotorenwerk Rostock kommt schließlich eine erste Zusammenarbeit mit MAN zustande, die den heutigen, exzellenten Ruf der Firma in Bezug auf Motorenteile für Großdieselmotoren begründet.

Als 1996 eine Erweiterung ansteht, aber keine Einigung mit der Stadt Wittenberge erzielt wird, zieht Ojinski nach Rühstädt, übernimmt hier die ehemalige Kita und vergrößert mit den Jahren die Produktionsfläche weiter. „Das Amt und die Gemeinde haben mich immer unterstützt, das ist durchaus ein Standortfaktor“, sagt Ojinskii. Weiterhin beweist er, dass sich Industrie und Umweltschutz nicht ausschließen müssen – immerhin liegt seine Firma im Biosphärenreservat. „Heizung mittels Geothermie, Photovoltaikanlage auf den Dächern und Putzlappen in einem speziellen Entsorgungskreislauf – das geht schon, wenn man will.“
 

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