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Wir in Eldenburg : Dem Wohl der Füße verpflichtet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Orthopädie-Schuhmachermeister Klaus Weiland macht Menschen mobil

Mit Senk- oder Spreizfüßen kennt sich Klaus Weiland aus Eldenburg bei Lenzen bestens aus. Er ist Orthopädie-Schuhmachermeister und Spezialist, wenn es darum geht, Fußfehlstellungen mit orthopädischen Einlagen oder maßgefertigten Schuhen zu korrigieren und damit auch Schmerzen zu lindern oder sogar ganz zu beseitigen.

„Der Beruf ist nicht eintönig, macht mir großen Spaß. Man hat jeden Tag mit Menschen zu tun“, sagt Klaus Weiland, dessen Arbeitstag oft erst nach 15 Stunden beendet ist. Und so bleibt nur wenig Zeit für die Hobbys und das Engagement in der örtlichen Feuerwehr. Das Schönste an seiner Arbeit sei jedoch, dass er den Menschen helfen könne.

Klaus Weiland wurde das handwerkliche Geschick sprichwörtlich mit in die Wiege gelegt. Denn in der Familie hat das Schuhmacherhandwerk eine lange Tradition. Schon sein Opa war Schuster in Eldenburg und Vater Otto bearbeitet noch heute Schuhe an Schleif-, Polier- oder Nähmaschinen in der eigenen Werkstatt in der Lindenstraße. „Hier bin ich quasi groß geworden“, erzählt der 41-Jährige. „In den Ferien habe ich dem Vater in der Werkstatt oft geholfen, hab’ mir mit dem Reparieren von Schultaschen das Taschengeld verdient.“

So war der Weg des jungen Klaus bezüglich des künftigen Berufes schon früh vorgezeichnet. Die entscheidende Richtung empfahl ihm Vater Otto. „Werde Orthopädie-Schuhmacher. Kranke Füße wird es immer geben.“ Mit dem Anfertigen von normalen Schuhen sei in der heutigen „Wegwerfgesellschaft“ kein Geld zu verdienen.

Und so begann Klaus Weiland eine Lehrausbildung in der PGH „Roland“ in Wittenberge, arbeitete als Geselle und machte später seine Meisterschule in Vollzeit. 2003 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Seit zehn Jahren hat der Orthopädie-Schuhmachermeister seine eigene Werkstatt im Wittenberger Ärztehaus, versorgt seine Kunden – Patienten wie er sagt – von hier aus mit Maßschuhen, Einlagen oder Bandagen.

Obwohl der Beruf längst auch technisiert sei, „ist noch immer viel Handarbeit gefragt“, erzählt der Vater von Zwillingen. Für die Herstellung eines individuell angepassten Schuhs benötigt er zirka vier Wochen, vom Maßnehmen am Kunden über die Kassenfreigabe bis hin zur Endfertigung.

Doch nicht nur das Handwerk an sich gehört zu den Aufgaben eines Orthopädie-Schuhmachers. Auch die Patientenberatung und die Büroarbeit am Computer nehmen einen Großteil der täglichen Arbeit von Klaus Weiland ein. Seit einigen Jahren hat er sein Betätigungsfeld um den Sanitätsfachhandel erweitert, beliefert Patienten in der Prignitz, der Altmark oder Mecklenburg mit Pflegebetten oder Rollstühlen.

Auch wenn ihm die Abwechslung zwischen Kundenkontakt und der Arbeit in der Werkstatt gefällt, sei es doch am schönsten im heimatlichen Eldenburg. „Hier wohnst du ruhiger als in der Stadt“, möchte Klaus Weiland die Idylle in seinem Heimatdorf nicht missen.

 

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erstellt am 26.Mai.2016 | 10:00 Uhr

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